Gemeinderat verabschiedet Etat
Mehr Rücklagen als Schulden

Bürgermeister Hans Prechtl (links) und Kämmerer Thomas Krapf erläuterten den Haushaltsplan für dieses Jahr. Bild: ohr
Politik
Stulln
12.05.2016
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Rekorde prägen den Haushalt. Das Gesamtvolumen wächst im Vergleich zum Vorjahr um beachtliche 44 Prozent auf über 7 Millionen Euro. Die Rücklagen übersteigen im Laufe des Jahres die Schulden.

2016 ist keine Kreditaufnahme vorgesehen, berichtete Bürgermeister Hans Prechtl in der Sitzung des Gemeinderates. Im Vermögenshaushalt (VmHH) sind 286 000 Euro zum Erwerb landwirtschaftlicher Grundstücke als Vorrat für Tauschflächen eingeplant. Das Feuerwehrauto HLF 20 (330 000 Euro) und der Ersatzkauf eines VW Pritschenwagens (30 000) sind berücksichtigt. "Die geplanten Investitionen im Vermögenshaushalt (VmHH), die Zuweisungen und Zuschüsse für Investitionen sowie der Erwerb von Vermögen für das Jahr 2016 summieren sich auf 1,27 Millionen", erläuterte Kämmerer Thomas Krapf. Die Ausgaben können fast durch die Zuführung in den Vermögenshaushalt finanziert werden. Ein Kredit von 95 000 Euro ist für den Breitbandausbau für den Fall eingeplant, dass der Effektivzins bei 0 Prozent liegt.

Die erwartete Gewerbesteuer von 2 Millionen Euro wirkt sich auch negativ aus: Für 2017 wird keine Schlüsselzuweisung erwartet. Die Belastung aus der Kreisumlage steige. Die zugeführten Rücklagen müssen die Auswirkungen der Umlagekraft in den nächsten beiden Jahren ausgleichen, so der Kämmerer. Die allgemeinen Rücklagen haben voraussichtlich zum Jahresende einen Stand von 1 563 442 Euro. Die Schulden liegen zum gleichen Zeitpunkt bei 748 003. Die Verschuldung pro Einwohner sinkt auf 445 Euro (Vorjahr 480).

Prechtl bedankte sich beim Kämmerer. "Die Finanzen entwickeln sich sehr positiv und die Bildung von Rücklagen sichert die Handlungsfähigkeit", analysierte Zweiter Bürgermeister Thomas Rohrwild (CSU). Die Beteiligung an der Einkommensteuer schaffe eine solide Grundlage und Planungssicherheit. Die Gewerbesteuer unterliege Schwankungen und habe auch negative Auswirkungen. Durch die Rücklagenbildung könnten die Nachfolgelasten - zum Beispiel höhere Kreis- und Gewerbesteuerumlage - abgefedert werden.

Franz Jauernig (FWG) freute sich ebenfalls über das hohe Gewerbesteueraufkommen. Die Investitionen der Betriebe machten sich bemerkbar, schlussfolgerte er. Das Schaffen von Gewerbeflächen solle nicht aus den Augen verloren und in den Finanzplan aufgenommen werden. "Ich bin überrascht, dass sich die Gewerbesteuer so brutal entwickelt", konstatierte Alexander Schießl (SPD). Mehr Rücklagen als Schulden gewährleiste Handlungsfähigkeit. Momentan sei die Gewerbesteuer im Hoch, aber die Situation könne sich bald wieder ändern. Dem Haushaltsplan 2016 stimmte der Gemeinderat uneingeschränkt zu.

Der Etat 2016Der Verwaltungshaushalt (VwHH) summiert auf 4.6 Millionen Euro (+53 Prozent) und der Vermögenshaushalt (VmHH) auf annähernd 2,5 Millionen (+ 30,4).

Im Überblick die wichtigsten Einnahmen des VwHH (insgesamt 4 600 250 Euro): Grundsteuer A/Landwirtschaft 17 000 Euro; Grundsteuer B/Wohnhäuser 115 000, Gewerbesteuer (2 000 000), Beteiligung an der Einkommensteuer 840 000, Beteiligung an der Umsatzsteuer 68 000, Schlüsselzuweisungen 220 000 und Einkommensteuerersatzleistung 66 500. Einnahmen aus Verwaltung und Betrieb 1 048 300 Euro: staatlicher Förderanteil am Kindergarten 150 000, Benutzungsgebühren 35 000, Zuweisung von der Gemeinde Schwarzach 62 000, Zuweisung Kfz-Steuer 55 000. Abwassergebühren 135 000 und Wassergebühren 95 000.

Ausgaben im VwHH : Personal 605 000, sächliche Verwaltungs -und Betriebsausgaben 1 224 650 Zinsenzahlungen 10 050. Gewerbesteuerumlage 272 000, Kreisumlage 718 000, VG-Umlage 300 200, Zuführung zum VmHH/allgemein 1 245 400.

Einnahmen des VmHH : Zuführung vom VwHH 1 245 400, Verkauf von Grundstücken 335 000, Beiträge und Entgelte 340 750, Zuweisung vom Land 466 300.

Ausgaben des VmHH: Zuführung an Rücklagen 1 070 150, Erwerb von Grundstücken 286 000, für Baumaßnahmen/unter anderem für Baugebiet Herzendamm 258 000, Zuweisungen und Zuschüsse für Investitionen 358 500 und Kredittilgungen 147 800. (ohr)
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