Sitzung des Gemeinderates
Lehrerhaus droht Abriss

Politik
Stulln
01.07.2016
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"Bauliche Mängel am sogenannten Lehrerwohnhaus in der Schulstraße, weiteres Vorgehen" lautete ein Tagungsordnungspunkt der Sitzung. Der Gemeinderat fasste nach eingehender Erörterung einen in die Zukunft weisenden Beschluss - ohne die soziale Verantwortung zu vergessen.

In den vergangenen Jahren stellte das jeweilige Plenum das Thema immer wieder zurück, erinnerte Bürgermeister Hans Prechtl und plädierte in der jüngsten Sitzung für eine Entscheidung mit "Nägel mit Köpfen". Bertold Braun von der technischen Bauverwaltung der VG Schwarzenfeld legte die Ist-Situation und die notwendigen Sanierungsmaßnahmen dar. Das Gebäude gliedere sich in zwei Wohnungen mit je rund 70 Quadratmetern im Erd- und Obergeschoss sowie mit 109 Quadratmetern Nutzfläche einschließlich Keller und Speicher.

"Eine alte Burg"


Die erforderliche energetische Sanierung umfasse die Erneuerung der Fenster und Außentüren (26 000 Euro) sowie der Dacheindeckung mit Dämmung (45 000) und das Anbringen eines Wärmeverbundsystems für die Außenwände (40 000). Trotz dieser hohen Investitionen von 111 000 Euro bleibe das 1954 errichtete Lehrerwohnhaus "eine alte Burg", schlussfolgerte der Fachmann. In dem Zeitraum von 1995 bis 2013 beliefen sich die Unterhaltsmaßnahmen für die Außenputzsanierung (20 000) sowie die Erneuerung des Heizkessels (3 600), der Eingangstreppe (10 000) und der Haustüre (2 500) auf 36 100 Euro, zusätzlich der laufenden jährlichen Unterhaltsleistungen zwischen 500 und 1 000 Euro.

"Nicht weiter so!", lautete die Devise des Bürgermeisters. Er habe erhebliche Zweifel, diesen Betrag in das Gebäude zu stecken. Entweder man nehme für die Sanierung sehr viel Geld in die Hand oder man sei zu konsequenten Maßnahmen bereit. Er erinnerte an den Abbruch des Schmalhauses 2008. Den bereits 1995 thematisierten Verkauf des Lehrerwohnhauses lehnte der damalige Gemeinderat als richtige Entscheidung ab, so Prechtl.

Kein Verkauf


"Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten bedarf es keiner Überlegungen", merkte Zweiter Bürgermeister Thomas Rohrwild in der anschließenden Diskussion an. In den letzten 25 Jahren war keine Rendite zu verzeichnen. Er sprach sich mittelfristig für einen Abbruch aus. Die soziale Verantwortung dürfe aber nicht außer Acht gelassen werden. "Der Preis ist mir zu hoch", sagte Gemeinderat Josef Nachtmann. Den Mietern müsse reiner Wein eingeschenkt werden. Für Gemeinderat Franz Jauernig kam ein Verkauf nicht in Frage. Die veranschlagten Kosten von 111 000 Euro können sich aber jederzeit noch ausweiten.

Mieter informieren


Die Mieter informieren und offen mit ihnen reden, sah Gemeinderat Alexander Schießl als soziale Komponente. Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten werden keine umfassenden, energetischen Maßnahmen umgesetzt. Mittelfristig wird ein Abbruch in Erwägung gezogen. Die Mieter sind zu informieren und frei werdende Wohnungen werden nicht mehr vermietet, lautete der einstimmig gefasste Beschluss.

Der Bauantrag der Pharma Stulln auf Errichtung einer Containeranlage zur Lagerflächennutzung erhielt das gemeindliche Einvernehmen. Das Vorhaben entspricht dem Flächennutzungsplan. Öffentliche Belange werden nicht beeinträchtigt. Die Unterschriften benachbarter Grundstückseigentümer sind auf den Planunterlagen vollständig vorhanden.
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