Dem Wasser auf der Spur

Wasserwart Georg Greger (links) und Gerhard Brunner (Bildmitte vorne) von der Bauverwaltung der VG Schwarzenfeld gaben Stullner Gemeinderäten mit Bürgermeister Hans Prechtl (Zweiter von links) in der Aufbereitungsanlage am Fuße des Miesberg einen detaillierten Einblick in die Trinkwassergewinnung, die Verteilung und die computergesteuerte Überwachung. Bild: ohr
Vermischtes
Stulln
29.06.2016
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Bürgermeister Hans Prechtl griff eine Anregung von Josef Nachtmann auf: Der Gemeinderat Stulln ging auf Tour und ließ sich die Aufbereitung und den Weg des Trinkwassers nach Stulln vor Augen führen.

/Schwarzenfeld. Vor den Stufen zum Hochspeicher am Westenberg auf 425 Meter über dem Meeresspiegel begrüßte Gerhard Brunner von der Bauverwaltung der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzenfeld das Gremium. Er erläuterte gemeinsam mit Wasserwart Georg Greger die Funktionsweise der Wasserversorgungsanlage des Marktes bis zur Übergabestelle nach Stulln. Brunner sprach die regelmäßigen chemischen und bakteriologischen Untersuchungen des Roh- und Trinkwassers sowie die Brunnen umgebenden Schutzgebiete an.

154 000 Kubikmeter


Auf der Grundlage des Wasserlieferungsvertrages vom Januar 1990 erhält die Gemeinde Stulln das benötigte Trinkwasser aus Schwarzenfeld. Das Fassungsvermögen des Hochbehälters liegt bei 3 000 Kubikmeter, verteilt auf drei Kammern mit jeweils gleichem Volumen. Ein 1000-Kubikmeter-Becken entspricht 10 000 Badewannenfüllungen zu 100 Liter. In den letzten Jahren stieg der Verbrauch stetig an, führte Brunner weiter aus. Derzeit werden circa 7 400 Personen sowie ein Großverbraucher mit der Trinkwassermenge von 1 450 000 Kubikmeter versorgt. Nach Stulln fließen davon rund 154 000 Kubikmeter. Das Rohwasser wird aus zwei Flachbrunnen mit jeweils 8 Meter sowie zwei Tiefbrunnen mit je 130 Meter Ausbautiefe gefördert und in Zubringerleitungen zur Aufbereitungsanlage an der Äußeren Ringstraße am Fuße des Miesbergs gepumpt, informierte Wasserwart Georg Greger.

Die Anlage wurde 1974 errichtet und mit dem Anschluss von Stulln 1990 erweitert sowie technisch ergänzt. Ein Prozessleitsystem überwacht und steuert größtenteils selbstständig die Aufbereitungsanlage - Rohwasser wird dort zu Trinkwasser verfeinert - einschließlich der Pumpen in den einzelnen Brunnen. Das Grundwasser der beiden Tiefbrunnen aus dem Gewinnungsgebiet "Freihölser Senke" erfordert Enteisen, Anreicherung mit Sauerstoff und Entsäuerung als Arbeitsschritte. Das Rohwasser der beiden Flachbrunnen aus dem Gebiet "Mies" muss nur entsäuert werden.

Konstante Überwachung


Die fachkundige Führung durch die gesamte Einrichtung vermittelte ein klares Bild von der Trinkwassergewinnung und der Verteilung. Im Büroraum des Wasserwarts kann die "Anlage Wasserwerk Schwarzenfeld" computergesteuert als Projektion konstant überwacht, Störfälle lokalisiert und Auffälligkeiten beobachtet werden.

Der Kreis der rund dreistündigen Tour schloss sich mit der Besichtigung der von den beiden Kommunen Schwarzach und Stulln betriebenen Kläranlage in Wölsendorf. Klärwärter Christian Barth erinnerte an die Inbetriebnahme 1999, führte den Gemeinderat durch die gesamte Anlage, gab ausführliche Erläuterungen vom Einlauf des Schmutzwassers und zu den Messvorschriften bis zum Einlauf des geklärten Wassers in den Vorfluter "Naab". Auch eine Bitte sprach der Klärwärter aus: "Hygieneartikel gehören nicht ins Klo!"

VersorgungsnetzDas Versorgungsnetz der Gemeinde Stulln besteht derzeit aus rund 6,4 Kilometer Zubringer-, 16,5 Kilometer Verteilungs- und 5 Kilometer Hausanschlussleitungen sowie aus 550 Hausanschlüssen.
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