Kinder bearbeiten ernstes Thema

Die Caritas bietet 3. und 4. Jahrgangsstufen das Projekt "Hospiz macht Schule" an. Zum Thema "Vom Traurig-Sein" bemalten die Zehnjährigen der Klasse 4 c der Schule Stulln auch Blumentöpfe mit Fingerfarben, beschrifteten sie und pflanzten Sonnenblumen-Setzlinge ein. Bild: ohr
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Stulln
27.06.2016
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"Die beständige Auseinandersetzung mit den Themen Sterben und Sterbebegleitung ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft" fordert die Präambel des bayerischen Rahmenkonzepts zur Hospiz- und Palliativversorgung. Mit dem Projekt "Hospiz macht Schule" ergreift die Caritas im Landkreis Schwandorf die Initiative und bietet zu diesem Gebiet eine Projektwoche an.

Leiterin Birgit Wölker wandte sich nach Abschluss einer dreijährigen Ausbildung gegen Ende des Schuljahres 2014/15 in einem Schreiben zu dieser Thematik an alle Grundschulen im Landkreis Schwandorf. Die Schule Stulln der Grund-und Mittelschule Schwarzenfeld nahm mit einer weiteren das Angebot an und legte als Zeitrahmen die vergangene Woche fest. In einem Elternabend konkretisierte das Team die fünf Bereiche "Werden und Vergehen", Krankheit", "Tod und Sterben", "Vom Traurig-Sein" und "Trost und Trösten" - täglich jeweils von 7.45 bis 11 Uhr.

Wie Religionslehrerin im kirchlichen Dienst, Andrea Wecker, mitteilte, sind die Inhalte im Lehrplan verankert. Durch seine Darstellung in den Medien gehöre der Tod schon längst zum Alltag der Kinder und ist damit vermeintliche Normalität. Aber der tatsächlich erlebte Abschied von einem nahen Angehörigen oder einem Freund als "echter Tod" mache die Betroffenen häufig sprachlos und hilflos.

Manuela Singer-Bathos und Birgit Wölker begleiten als Hauptamtliche mit sechs weiteren Ehrenamtlichen die Kinder in der Großgruppe beziehungsweise in fünf Kleingruppen. Der Tod gehört zum Leben, wird den Mädchen und Buben bewusst gemacht. Eltern wollen ihn wegschieben. Kinder stark machen, im Leben mit Tod und Verlust umzugehen, ist das Hauptziel.

"Das Traurig-Sein" stand am Donnerstag im Mittelpunkt. Die Zehnjährigen beschrieben Gefühle der Trauer und stellten sie auch bildlich dar. Sie bemalten mit Fingerfarben Blumentöpfe, beschrifteten sie und pflanzten bereitliegende Sonnenblumen - Setzlinge ein.

Die Viertklässler sollen erfahren, dass ohne Veränderung kein Wachstum möglich ist. Das Projekt und weitere Angebote der Palliativ -Care - Beratung sind kostenlos. Finanziell greift die Raiffeisenbank Nittenau durch eine Spende unter die Arme. Auch die Kirchen unterstützen. Religionslehrerin Andrea Wecker sprach von einem "tollen Angebot von außen" und wünschte sich einen offenen Umgang mit "Trauer und Trösten".
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