Rund ums Bier

Am 500. Geburtstag des bayerischen Bier-Reinheitsgebots feierten die Stullner Schützen in ihrem Domizil ihr eigenes zehnjähriges Jubiläum zum "Tag des Bieres". Diplom-Brauingenieur Jürgen Ferschl (rechts) erinnerte an den Erlass durch Herzog Wilhelm IV. am 23. April 1516 in Ingolstadt. Nach dem "Rezept"aus dieser Zeit kam selbst gebrautes Bier zum Ausschank. Bild: ohr
Vermischtes
Stulln
29.04.2016
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Die Zahlen "500" und "10" markierten am 23. April 2016 im Stullner Schützenheim zwei Jubiläen. Beide hängen eng zusammen.

Am 500. Geburtstag des bayerischen Reinheitsgebots gedachten die Gastgeber auch der zehnten Wiederkehr ihres eigenen "Tag des Bieres". Das Fest mit dem selbst gebrauten "Schützenbier" erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Diplom-Brauingenieur Jürgen Ferschl erinnerte im voll besetzten Schützendomizil an den Erlass von Herzog Wilhelm IV. am 23. April 1516 mit folgendem Auszug: "Ganz besonders wollen wir, dass forthin allenthalben in unseren Städten, Märkten und auf dem Lande zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Wer diese unsere Anordnung wissentlich übertritt und nicht einhält, dem soll von seiner Gerichtsobrigkeit zur Strafe dieses Fass Bier, so oft es vorkommt, unnachsichtlich weggenommen werden." Hefe kommt im Original- Reinheitsgebot nicht vor, da sie noch nicht bekannt war, ergänzte der Hobby-Brauer.

Zum zehnjährigen Jubiläum galt sein Dank Ehrenschützenmeister und Mitinitiator Joseph Bierler, den "Schützenbrauern" Michael Bierler und Martin Eules, der "guten Seele" des Schützenheims, Siegbert Wilhelm, den "Saukopfköchen" Josef Eules und Gottfried Vetter und allen Wirten während des Brauens und am "Tag des Bieres" sowie allen Gästen für die gute Annahme der Feier.

Das Reinheitsgebot ist vermutlich das älteste Lebensmittelgesetz der Welt, erklärte Ferschl. Weizen und Roggen durften nur fürs Brotbacken verwendet werden. Der Bayerische Landtag führte 1918 den Namen "Reinheitsgebot" ein. Erst in den 60er Jahren verbreitete sich diese Bezeichnung. Das vorläufige Biergesetz von 1993 ist die Grundlage fürs aktuelle Reinheitsgebot.

Zum eigenen Jubiläum wurde selbst gebrautes, dunkles Festbier mit 14,4 Prozent Stammwürze und 5,9 Prozent Alkohol ausgeschenkt. Als Zutaten kamen - wie vermutlich um 1516 gebraut - dunkles Braumalz, Doldenhopfen und obergärige Hefe zum Einsatz.
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