Vortrag beim Seniorenkreis
Mehr Unterstützung für Pflegende

Jasmin Wagner-Zilch und Stellvertreterin Michaela Burger (von links) informierten beim Seniorenkreis über die Pflegeversicherung. Bild: ohr
Vermischtes
Stulln
07.04.2016
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Zum Einstieg in den Vortrag "Häusliche Pflege und Pflegestufen" beim Seniorenkreis hob Vorsitzender Helmut Kramer eine beeindruckende Zahl hervor: Laut einer Nachrichtenagentur erbringen pflegende Angehörige für das deutsche Gesundheitssystem eine immense Arbeitsleistung, nutzen aber kaum die Angebote der Pflegeversicherung. Die Wertschöpfung liege bei rund 37 Milliarden Euro, errechnet auf der Basis des Mindestlohns von 8,50 Euro. In Anwesenheit von Pfarrvikar Joseph Kokkoth begrüßte der Vorsitzende im Pfarrheim Jasmin Wagner-Zilch und Stellvertreterin Michaela Burger von "Ambulante Alten- und Krankenpflege" zur Erläuterung der gesetzlichen Vorgaben.

"Die Leute wissen nicht, was ihnen für die häusliche Pflege zusteht." Mit dieser Anmerkung führte Jasmin Wagner-Zilch zum Themenkreis hin und zeigte die Möglichkeiten finanzieller und personeller Unterstützung auf. "Pflegebedürftig ist, wer wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung bei den alltäglichen Dingen im Leben in erheblichem oder höherem Maße Hilfe braucht - dauerhaft oder voraussichtlich für wenigstens sechs Monate", so die Definition.

Die Referentin zeigte die erforderlichen Schritte bei der Antragstellung auf und verwies auf die Leistungen der Pflegekasse: Zum Beispiel können bei Verhinderungs- und Kurzzeitpflege jeweils jährlich bis zu 1612 Euro sowie für Maßnahmen, die das Wohnumfeld verbessern, bis zu 4000 Euro gewährt werden.

"Das wird die Zukunft bringen": Mit dieser Thematik setzte sich Stellvertreterin Michaela Burger auseinander. Das zweite Pflegestärkungsgesetz sieht künftig die Einschätzung der Pflegebedürftigkeit durch Überprüfung der Selbstständigkeit in sechs Lebensbereichen vor. Auch kognitive und psychische Defizite sollen berücksichtigt werden. Bezieher von Leistungen der Pflegeversicherung werden ohne neue Begutachtungen automatisch ins neue System übergeleitet. "Die größte Torheit ist, Gesundheit aufzuopfern - für was es auch sei." Mit diesem Zitat endete der Vortrag.
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