Pfarrer aus Sulzbach-Rosenberg übergibt vor Abflug aus Nepal erste Spende - Freude über ...
Moment des Glücks in Kathmandu

Der Bergführer Tej Bagale (Mitte) erhält von Uwe Markert (von links), Carolin Übel, Christina Markert und Benedikt Markert das erste Spendengeld aus der Oberpfalz für die Erbebenopfer. Bild: privat
Archiv
Sulzbach-Rosenberg
06.05.2015
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Vor dem Rückflug von Nepal nach Deutschland haben der Sulzbach-Rosenberger Pfarrer Uwe Markert und seine Familie in Kathmandu die ersten Spenden aus der Oberpfalz für die Opfer des Erdbebens übergeben - ein Moment des Glücks in der schwer gezeichneten Hauptstadt. Ihr Bergführer Tej Bagale war sprachlos, als er 3000 Euro als erste Soforthilfe erhielt, schreibt der Pfarrer der evangelischen Gemeinde St. Johannis am Dienstag in einer E-Mail. Von diesem für "nepalesische Verhältnisse großen Betrag" werde der Bergführer Zelte, Planen, Decken, vor allem aber Reis, und auch etwas Zement kaufen.

Tej war mit Markert und seiner Familie auf der Annapurna-Runde, einer mehr als 20 Tage dauernden Bergwanderung im Kathmandu-Tal, als sie das Erdbeben überraschte. Das Ausmaß wurde ihnen erst bewusst, als sie vergangene Woche den 5500 Meter hohen Pass "Thorong La" überwunden hatten. Danach gab es wieder Empfang für die Telefone. Und dort erfuhren sie, dass das Heimatdorf von Tej mit rund 150 Häusern zerstört worden war. Mehr als 750 Menschen sind obdachlos.

Tej ging auf Wunsch der Markerts nach Hause, um zu helfen. Denn nicht nur sein Heimatdorf Masal im Gebiet Gorkha ist zerstört, auch die Ernte ist verloren. Die Reis-Terrassen sind verwüstet. Ein Wiederaufbau wird Monate dauern. Tej soll "Anträge" der Nachbarn für Baumaterial und Hausrat sammeln und nach Sulzbach-Rosenberg weiterleiten. "Diese Familien werden wir dann unterstützen", schreibt Pfarrer Markert. "Sobald uns Bilder vorliegen, werden wir den Fortschritt auf der Website der Johanniskirche Rosenberg dokumentieren." Und es gibt ein Versprechen: Alle Spender, die nach Nepal reisen, könnten sich von den Hilfsmaßnahmen überzeugen. "Die Einladung steht." Doch nicht nur Tejo, sondern auch dem Pfarrer und seiner Familie verschlug es die Sprache, als sie erfuhren, dass bisher 13 123 Euro an Spenden bei der Pfarrgemeinde eingegangen sind. "Herzlichen Dank", schreibt Markert und betont, wie notwendig die private Hilfe ist. Seiner Beobachtung nach lasse die Hilfe der Regierung noch immer auf sich warten. Deshalb würden sich die Nepalesen selbst helfen.

Vielen Touristen wurden Felsabstürze und Erdrutsche zum Verhängnis. Eineinhalb Wochen nach dem Beben wurde ein zweites deutsches Todesopfer identifiziert. Die Frau sei in dem Wandergebiet Langtang gestorben, teilte die nepalesische Tourismusbehörde mit.

Da Uwe Market und seine Familie die letzten Tage in der vom Beben weitgehend verschonten Stadt Pokhara verbrachten, sahen sie erst auf dem letzten Stück ihres Weges nach Kathmandu die Zerstörung. "Je näher wir dem Epizentrum kamen, desto deutlicher wurden die Schäden." Nachdem sie das Erdbeben unversehrt überstanden haben, hoffen Markert und seine Familie, dass der Rückflug klappt. Heute Abend wollen sie in Nürnberg landen.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/nepal
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