Ernüchternde Zwischenbilanz in den Biergärten der Herzogstadt
Fußball drückt auf Umsatz

Wenn die Temperaturen ein bisschen passen so wie gestern, werden die Plätze rar im größten Biergarten der Stadt.
Freizeit
Sulzbach-Rosenberg
20.07.2016
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Der Himmel auf Erden ist für viele eine frische Maß im Biergarten. Das klappte heuer noch nicht allzu oft. Jetzt soll es zumindest temperaturmäßig besser werden. In der Herzogstadt sieht die Frischluft-Bilanz der Gastronomie denn auch eher durchwachsen aus. Und jetzt kommt auch noch das Annabergfest.

Mit gut 700 Plätzen ist der Spitalgarten der größte Biergarten weit und breit. Entsprechend groß ist der Aufwand, den Ruth Jungbauer dort betreibt, um die Gäste mit Speis und Trank zu verwöhnen. Der Bratwurststand vor der alten Kirche ist quasi ein Selbstläufer, er zieht bei jedem Wetter die Kundschaft an, auch vorbeifahrende Touristen. Aber wie lief es im Biergarten selber bisher?

Schlechter Start


"Das Frühjahrsgeschäft hat es uns heuer ziemlich verhagelt", meint die Gastronomin. Denn im April/Mai macht sie bei schönem Wetter am meisten Umsatz. Die Fußball-EM hat im Juni/Juli voll durchgeschlagen, kurz vor den Spielen leerte sich der Biergarten jedes Mal.

"Aber wir dürfen trotzdem nicht jammern", meint Ruth Jungbauer. Denn ihre Stammgäste sind dem Spitalgarten treu. Sie kommen sogar bis aus Schwandorf, Neustadt/Waldnaab, Amberg, Neumarkt und zu großen Teilen aus Franken - mit dem Auto, den Motorrädern oder auch per Fahrrad.

Treue Gäste


Einer, so erzählt die Wirtin, hat sich sogar schon vom Zug aus vergewissert, dass der Garten geöffnet hat, und kam dann mit dem Auto zum Abendessen unter die Kastanienbäume. Und zur Not kann man ja auch im überdachten Bereich lange sitzen.

"Es lief im Biergarten bisher mehr schlecht als recht", meint auch Fuchsbeck-Bräu Armin Ertel. Er hat acht Tische draußen stehen, die Leute wollen auch raus, hat er festgestellt. Aber bisher hätten das Wetter und natürlich der Fußball ihren Tribut gefordert. Wie geht es weiter? "Jetzt ist erst einmal Festbierprobe und dann Annabergfest!"

Nicht zufrieden ist auch Georg Schneider vom Destillerie-Biergarten in der Neustadt. Zu den Fußball-Übertragungen kamen schon Leute, "aber sonst kaum jemand". Jetzt könnte es wohl wettermäßig besser werden, aber nun "drohen" die zahlreichen Kirwa-Veranstaltungen und das Annabergfest.

Es wird besser


40 Sitzplätze vor dem Haus bietet der Brauereigasthof Sperber an, und die sind von Mai bis Oktober meist gut belegt, wenn das Wetter mitspielt. "Voriges Jahr war es natürlich unschlagbar", erinnert sich Hermine Sperber, denn besonders an heißen Tagen ist die Nordseite gefragt. Ansonsten sind es eher die Cafés gegenüber, die die Sonnenhungrigen anziehen. "Aber es wird stetig besser!"

Hildegard Eberwein vom Bayerischen Hof ist sich durchaus bewusst, dass ihr Freisitz nicht der ideale Biergarten ist. Aber trotzdem werden die 45 Plätze gerne angenommen, wenn das Wetter ein bisschen passt. "Besonders die Raucher wollen natürlich lieber nach draußen." Und auch die Stammgäste lieben es, unter den Sonnenschirmen zu sitzen.
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