Faschingskonzert der städtischen Sing- und Musikschule
Mit Schmiss und Schwung

"Dschungelmäßig" kostümiert beschwor der Maxi-Chor den Löwen. Bilder: cag (2)
Freizeit
Sulzbach-Rosenberg
09.02.2016
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Wenn der Prälat einen Zupfbass schleppt und der Bergsteiger zu Seil und Haken auch eine Bassquerflöte mitführt, wenn die Damen im Baströckchen den Löwen beschwören und ein Sträfling Trompete spielt, dann ist Faschingskonzert der städtischen Sing- und Musikschule.

Trotz einiger Konkurrenzveranstaltungen war die Aula der Krötensee-Mittelschule gut gefüllt, als Daniela Ludwig und Carola Helm, bekannt als "Nackad sing i niad", das Faschingskonzert mit dem Geständnis eröffneten, ihre musikalische Karriere im Jahre 1982 in der Früherziehung der SMS begonnen zu haben. Dass sie da etwas Anständiges gelernt haben, bewiesen sie dann gleich mit dem Lied "Schwester", das bei ihren Auftritten stets die Zwerchfelle der Zuschauer und -hörer strapaziert.

Die Kinder aus der heutigen musikalischen Früherziehung spielten und sangen mit ihren Lehrern Heide Burkhart und Sandro Augustin "Tiggitag, der Tausendfüßler". Auch der Mini-Chor und der Kinderchor Neukirchen hatten tierischen Spaß mit den Fröschen am Faschingsabend und dem "Lama in Yokohama". Als der Midi-Chor auftrat, war das Publikum warm genug für ein Mitsing- und Mitmachlied: Das Lied vom Wecken verschlief garantiert niemand.

Chor im Baströckchen


Die musikalische Qualität der Chöre unter der Leitung von Sylvia Schulz war durchgehend hoch. Selbst die Kleinen sangen sauber und rhythmisch und spielten gut mit. Der Maxi-Chor sang in Leopardenfellen und Baströckchen "The Lion sleeps tonight" und "You'll be in my heart" von Phil Collins. Leider war durch die ungleichmäßige Verstärkung der Mikrophone der Klangeindruck manchmal etwas unausgewogen, was aber nicht an den Sängerinnen lag.

Der Frauenchor "Herznote" trug "Bei mir bist Du scheen" und "Tumbalalaika" mit dem gleichen Schmiss vor wie einst die Andrews Sisters, die beide Lieder zu Hits gemacht haben. Die jazzigen Harmonien, anspruchsvollen Rhythmen und raschen Tempowechsel beherrschten die Sängerinnen perfekt.

Blues auf Akkordeon


Natürlich gab es auch instrumentale Faschingsspäße. Dass man auf dem Akkordeon einen tollen Blues spielen kann, bewiesen der neunjährige Nick Hartmann und seine Lehrerin Viktoria Dechant. Emil Radl (10) und seine Lehrerin Liza Schmid erfreuten als Fagott-Duo mit einer kurzen, knackigen, witzigen und präzise vorgetragenen Burleske von Leopold Mozart. Eine Slapstick-Einlage des Leiters, Michael Kämmle, lockerte das mexikanische "La Cucaracha" des Blockflöten- und Fagott-Ensembles auf.

Das integrative Ensemble "Querbeet" ist immer ein Publikumsliebling. Bei "I come from Alabama" und "Rock around the clock" klatschte der Saal begeistert mit, und "Muss i denn" wurde laut mitgesungen. Einen musikalischen Höhepunkt erreichte das Konzert mit dem Rondo für zwei Querflöten und Klavier, gespielt von Lisa Straller, Musikschulleiter Steffen Weber und Lisa Milyukova am Klavier. Fröhlich perlende Läufe, hüpfende Rhythmen, impressionistische Klänge verzauberten.

Das Geigenensemble unter der Leitung von Richard Hubert überzeugte durch sein Unisono-Spiel, was immer leicht klingt, aber in dieser Qualität tatsächlich schwer ist. Und das Querflötenensemble begeisterte mit einer wunderbaren Bearbeitung der Ouvertüre zu Wolfgang Amadeus Mozarts "Zauberflöte". Warum ist Mozart nicht selbst darauf gekommen, die "Zauberflöte" nur von Flöten spielen zu lassen?

Großartiges Ensemble


Den feierlichen Abschluss lieferte das Jugendorchester, geleitet von Richard Hubert, mit einem Medley aus Andrew Lloyd-Webbers größten Hits und der "Forrest Gump Suite". Dieses Ensemble hat sich in den letzten Jahren großartig entwickelt. Wie präzise die Musiker die Rhythmen und häufigen Tempowechsel beherrschten, wie perfekt sie zusammenspielten und die Musik zum Klingen brachten, war einfach ein Genuss.

Sie kommen wieder

Daniela Ludwig und Carola Helm, die bei der Moderation ihren Charme versprüht und einige ihrer "Greatest Hits" gesungen hatten ("Harmonie", "Mama"), waren offensichtlich so überwältigt, dass sie sich gleich erboten, auch im nächsten Jahr das Faschingskonzert zu moderieren.
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