Französischer Wasserhund im Jagdeinsatz
Tasha bleibt auf der Spur

Tasha beherrscht alle Fertigkeiten: Auf dem Agility-Parcours schlüpft sie durch den Tunnel, und Frauchen freut sich über den Einsatz ihres Vierbeiners. Bilder: hfz (3)
Freizeit
Sulzbach-Rosenberg
28.12.2015
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Ein Charakterkopf: Der Barbet sieht ausgezeichnet, auch wenn das wollene Fell etwas Anderes vermuten lässt.

Sie selbst kommt vom Staufener Schlossberg, und ihre Vorfahren jagten schon Ende des 16. Jahrhunderts mit Heinrich IV. in Frankreich auf Wasserwild: Tasha ist eine perfekt ausgebildete Jagdhündin, aber eine, wie man sie nur selten sieht. Ihre Rasse heißt Barbet, nur gut 50 Welpen kommen jährlich in Deutschland zur Welt. Tashas Revier liegt im Birgland. Und da findet sie mit Frauchen jede Spur.

Ein Französischer Wasserhund als Jagdhelfer im Birg? Doch, das geht. Denn das dunkelbraune Kraftbündel kann viel mehr als nur Enten apportieren. Dafür sorgt auch der Mensch im erfolgreichen Zweier-Gespann: Tanja Schiller ist seit fünf Jahren Jägerin und hat sich gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten diese Hunderasse ausgesucht.

Alles gemeistert


Tasha kommt aus Freiburg im Breisgau und ist jetzt drei Jahre alt. Ihr langes, wolliges Haarkleid macht sie unverwechselbar - erst mal ist kaum zu glauben, dass sie überhaupt etwas sieht durch ihre dichte Wolle. Aber sie weiß genau, was los ist.

Das bewies sie auch schon bei einigen wichtigen Herausforderungen, die sie gemeinsam mit ihrem Frauchen ab dem 7. Monat gemeistert hat: die Verbandsjugend- und die Brauchbarkeitsprüfung, schließlich im Herbst die schwere Verbandsgebrauchsprüfung (VGP). Sie ist die Meisterprüfung für Vorstehhunde. Tasha erreichte hier sogar einen 1. Preis. "Da haben die Richter ganz schön geschaut, als sie feststellten, dass nach 27 Jahren Tasha als erst zweiter Barbet in Deutschland die VGP gemeistert hat!" Am Anfang war etwas Aufregung, aber als die sich gelegt hatte, lief alles wie am Schnürchen. Souverän wurde Tasha der Suchensieger bei der VPS - der beste vom Barbet-Verein VBBFL.

Tanja Schiller setzt ihre Tasha universell ein: Fährtensuchen, Wild apportieren ("Aber um Gottes willen keine Stöckchen!"), ein angefahrenes Reh finden. Zwar weiß sie genau, dass eigentlich ihr Familien-Kollege Charly, ein achtjähriger Pudelpointer-Rüde, der Chef im Hause ist, aber sie hat ihre eigene Rolle gefunden.

Nächster Wurf geplant


Auch zwei Welpen von ihr (einer blieb in Sulzbach) bereichern schon die Barbet-Zuchtliste in Deutschland aus dem neuen Barbet-Zwinger "vom Riedelhof". Der nächste Wurf ist für das Frühjahr 2016 geplant.

Außer in Frankreich gibt es heute Züchter in Großbritannien, Finnland, Polen, Deutschland, Holland, Schweiz, Italien, USA und Kanada. Laut neuesten Statistiken leben aktuell etwa 3000 Barbets weltweit, wobei die Geburtenrate seit Beginn des neuen Jahrtausends deutlich angestiegen ist. Tashas Mutter etwa stammt aus Polen.

Vielfältige Aufgaben


Der Barbet ist ein Hund mit vielen Eigenschaften: Er wurde als Hüte-, Wach- oder Schiffshund eingesetzt, er passt perfekt in Fanilien und zu Kindern, und sein Fell ist meist gut geeignet für Hundehaar-Allergiker: Er haart nämlich nicht, sondern muss nur gelegentlich geschoren werden.

Aber es gibt auch noch andere Einsatzmöglichkeiten: Barbets arbeiten als Diabetiker-Warnhunde, als Blinden- und Schulhunde, besuchen mit ihren Haltern Schulen zu Kennenlern- und Therapiezwecken, beweisen ihre sehr gute Nase als Spürhund (Mantrailer), beim Hundesport im Suchen nach dem Dummy oder im "Agility"-Einsatz über und durch Hindernisse, etwa beim Hills-Dog-Parcours in Schwend. Ein Barbet ist zwischen 52 und 65 Zentimeter hoch, wiegt 22 bis 25 Kilo und kann die Farben weiß, braun, schwarz, creme, grau und mehrfarbig haben.

Tasha steht im vollen Jagdeinsatz: Sie liegt unterm Hochsitz, wenn Frauchen oben mit dem Fernglas beobachtet, sie pirscht mit, gehorcht aufs Wort und ist immer dabei. Dass sie eine Fährte genau ausarbeiten kann, hat sie bei der VGP ja schon bewiesen: Nicht ein einziges Mal kam sie von der Spur ab und fand nach 300 Metern ihr Zielobjekt. Wild, Wasser, das Stöbern und Suchen liegen ihr im Blut.

Lebenslang lernen


Der Barbet (französisch für "Bart") beweist lebenslange Lernbereitschaft und eine enge Führerbindung. Tanja und Tasha verbindet mehr als nur die gemeinsame Arbeit - ein Barbet ist eben ein Hund mit starkem Charakter. Und den beweist die wollige Hündin in der Familie, auf der Jagd - und auch auf der Couch; Denn dort setzt sie sich sogar manchmal gegen den bulligen Charly durch.
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