Klaus Weisskirchen führt Jägern Wildlaute vor
Saulocker und Hasenquäke

Mit dem Saulocker arbeitet Klaus Weisskirchen besonders gern.
Freizeit
Sulzbach-Rosenberg
03.08.2016
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Fiepen, quäken, grunzen, schnattern - der Mann kann alles. Kaum ein Tier, das er nicht mit täuschend ähnlichen Lauten anlockt, kaum ein Land, das er nicht bereist hat. Wenn Klaus Weisskirchen, weltbekannter Autor und Jäger, seinen Zunftgenossen etwas beibringt, erklingen für den Laien befremdliche Töne.

Aber in Pruihausen wunderte sich niemand - man saß ja im Jägerheim. Gespannt wartete der Saal, bis Vorsitzende Lore Kaiser für die BJV-Kreisgruppe den Gast begrüßt hatte. Dann nahm Weisskirchen die Jäger mit in die Klangwelt des Wildes.

Der Kleine mit dem Grashalm - so nannten sie ihn im Nachkriegs-Westfalen, als er noch ein Junge war. Klaus Weisskirchen fiel bald auf wegen seines Talentes, für den Jäger den Rehbock anlocken. Er erlernte den Beruf des Büchsenmachers, machte die Jägerprüfung, bekam einen Hund und viel Lob von überall für seine Künste.

Die Geschichte der Lockjagd ist fast so alt wie die Menschheit und die Jagd selbst. Weisskirchen erfuhr von Wildlockinstrumenten aus dem 17. Jahrhundert, experimentierte, konstruierte und bewies Talent. Er ist heute einer der weltweit bekanntesten Lockjäger. In Nordamerika, Kanada, Neuseeland, in Asien und Afrika erklingen seine Entwicklungen.

Multi-Funktion


Und er ist immer noch auf der Suche nach Neuem: Kürzlich entdeckte er, dass sich mit dem höchsten Ton der Okarina, einer Tonflöte, der weibliche Fuchs nachahmen lässt - jetzt gibt es das Teil in Holz zum Gebrauch. Sein Saulocker, ein Plastikschlauch mit Holzmundstück, vermag, wenn man ihn richtig gebraucht, nicht nur jegliche Wildschweine, sondern auch Damwild, Gemsen oder sogar den Kaffernbüffel herbeizuzaubern. Zur Not gelingt auch die "Ente".

Ob Hirschröhren, Hasenquäke, Krähengeschrei oder Gänsegeschnatter, das Sammelsurium auf dem Wirtshaustisch deckte die gesamte Palette des jagdbaren Wildes ab. Die Reichweite der Töne ist unterschiedlich: Einen klagenden Hasen hört der Fuchs noch bis auf 1200 Meter, seine lockende Fähe 800 Meter. Der Saulocker wirkt bis rund 400 Meter, während das Mauspfeifchen schon im Gasthaus kaum einer mitbekam.


Viele Tipps


Aber nicht nur die Technik macht die Königsdisziplin so spannend, sondern auch das Wissen um das Verhalten des Wildes: Den Rehbock während der Brunftzeit zum Zwecke der Erlegung anzulocken, daran sind schon viele Jäger gescheitert. Imitiert man eine lockende Geiss, einen Angstruf oder gar einen Nebenbuhler? Weisskirchen schilderte verschiedene Situationen und Erlebnisse, gab Tipps, erklärte, was überhaupt keinen Sinn macht und wie man das Gegenteil seiner Absicht erreicht.

Praktische Übungen schlossen sich an, die Waidmänner lernten gewaltig dazu und belohnten den Fachmann am Ende mit großem Applaus. Wenn es also demnächst aus allen Büschen fiept, darf sich kein Wanderer wundern: Denn dann wird von den Jägern das Erlernte umgesetzt.
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