Private Initiative nimmt sich benachteiligter Mädchen und Jungen an
Bevor Problem ensteht

Inge Rank erzählte den Kindern in Gallmünz, wo das Raclette herkommt und wie man es isst. Bild: cog
Freizeit
Sulzbach-Rosenberg
11.02.2016
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Viele Kinder und Jugendliche sind auf Förderung und Unterstützung angewiesen. Eine private Initiative nimmt sich dieser benachteiligten Mädchen und Jungen an.

In den Mietshäusern in Gallmünz wohnen manche Kinder, die in schwierigen Familienverhältnissen aufwachsen. Viele von ihnen besuchen die Förderschule. An Schultagen werden sie bis 15.30 Uhr betreut und sind dann müde.

Am Wochenende aber und in den Ferien sind sie oft sich selbst überlassen. Immer wieder machen sie Dummheiten, die über harmlose Streiche hinausgehen. Bis zu Sachbeschädigung oder gar Körperverletzung ist es dann vielleicht irgendwann nur noch ein kleiner Schritt.

Fußball und Spaßbad


Yaroslava Khotenok, die auch in Gallmünz wohnt, hat dieses Problem erkannt und leistet in privater Initiative Präventionsarbeit. In den Ferien lädt sie immer eine Gruppe dieser Kinder ein und unternimmt mit ihnen etwas. So geht sie mit ihnen Fußballspielen, besucht ein Spaßbad oder bereitet ein gemeinsames Essen vor.

Vor einigen Wochen gab es ein ganz besonderes Programm: Zusammen mit Dr. Adolf Rank und seiner Frau Inge hatte Khotenok ein opulentes Raclette vorbereitet. Fünf Kinder aus der Nachbarschaft im Alter von neun bis dreizehn Jahren genossen Käse, Mais, Schinken, Salami und viele andere gute Sachen an einem festlich gedeckten Tisch. "Diese Kinder sind nicht gut in der Schule und immer wieder gibt es Beschwerden über ihr schlechtes Benehmen", berichtete Khotenok, "aber hier bei mir sind sie freundlich und höflich." Und sehr dankbar. Mit leuchtenden Augen saßen sie um den Tisch, hörten aufmerksam zu, als Inge Rank erklärte, was Raclette ist und woher diese Spezialität kommt. Als auch der Nachtisch verputzt war und es ans Abschiednehmen ging, sagte ein Rabauke brav: "Das war schön bei euch!"

Ohne Gewalt


Die Kinder brauchen Betreuung und Anleitung, damit sie lernen, wie man friedlich miteinander umgeht und Konflikte ohne Gewalt löst, denn, so Khotenok: "So kann man verhindern, dass schlechtes Benehmen in Schlimmerem mündet."

Sie allein kann sich nur jeweils einmal in den Ferien mit den Kindern beschäftigen und hofft, dass noch andere verantwortungsbewusste Bürger sich einbringen. "Es macht Arbeit, aber die Freude der Kinder ist eine schöne Belohnung", ermutigt sie alle, die mithelfen wollen, dass ein zukünftiges Problem heute schon gelöst wird.
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