Trägerverein des Schulmuseums zieht Bilanz
Erleichterung nach dem Brand

Haarscharf an der Katastrophe vorbei: An dieser Stelle war ein Ölofen in Brand geraten. Die Hitze hatte bereits den Fußboden stark angegriffen, ehe eine Verpuffung die Flammen "ausblies". Bilder: rlö (2)
Freizeit
Sulzbach-Rosenberg
16.08.2016
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Im Ausstellungsraum "Lehrerlaufbahn" gerät ein Ölofen in Brand. Der Fußboden entzündet sich. An der Decke schmilzt ein Leuchtkörper, Rauch und Ruß breiten sich schlagartig im Gebäude aus - an diesem 5. November 2015 schrammt das Erste Bayerische Schulmuseum haarscharf an einer Katastrophe vorbei.

(rlö) Bei der Mitgliederversammlung des Museums-Trägervereins bilanzierte Vorsitzender Herbert Übelacker das Schadensausmaß: Die Sanierung der Brandschäden an Gebäude und Inventar kostete jeweils rund 60 000 Euro. Ein Fall für die Versicherung, womit sich der Brand auf die eigentlichen Finanzen des Schulmuseums kaum negativ auswirkte. Bei der Jahressitzung des Vorstands dokumentierte der Museumsleiter den Brand auch mit Bildmaterial per Beamer - das große Glück war, dass eine starke Verpuffung in dem brennenden Ölofen die Flammen erstickte. Dennoch musste das Museum im Schlösslschulhaus in Rosenberg für zwei Monate geschlossen bleiben.

Jetzt ist der Ausstellungsteil "Leh-rerlaufbahn" neu konzipiert und aufgebaut, der Raum und alle in Mitleidenschaft gezogenen angrenzenden Räumlichkeiten sind saniert. Bürgermeister Michael Göth dankte in seiner Eigenschaft als 2. Vorsitzender des Museumsvereins Leiter Herbert Übelacker und dem Vorsitzenden des Fördervereins, Stefan Schunk, für ihren "aufopferungsvollen Einsatz während der Sanierungsphase".

Erleichterung also nach dem großen November-Schreck des Vorjahres. Und Anlass zu weiterer Freude bot den Vorstandsmitgliedern die Entwicklung der Besucherzahlen: Im Gesamtjahr 2015 zählte das Museum 3211 Gäste, heuer waren es bis Ende Juli bereits 2351. Das Gros rekrutiert sich aus Schulklassen, aber immer wieder klopfen auch interessierte Erwachsene oder Seniorengruppen an. Zusätzlich wird die Attraktivität des größten Schulmuseums im deutschsprachigen Raum erhöht durch Rahmenveranstaltungen wie zur Weltgeschichten-Woche, mit Aktionstagen im Schulgarten, Ferienaktionen und ähnlichen Angeboten. Heuer oder im nächsten Jahr steuere, so der Vorsitzende, das Museum auf den 250 000. Besucher hin. Bei der Sitzung legte Kassenverwalter Hermann Deichler Zahlen auf den Tisch. Bei Gesamteinnahmen von knapp 87 000 Euro und Ausgaben von rund 51 000 Euro im Jahr 2015 ist das Schulmuseum finanziell zwar nicht auf Rosen gebettet, konnte aber bis dato den Betrieb auf einer soliden Grundlage sicherstellen. Haupteinnahmequelle sind, neben Eintrittsgeldern und Spenden, vor allem laufende Zuschüsse von Landkreis und Stadt. Die Stadt erbringt zudem regelmäßig Leistungen im Verwaltungsbereich und zum Gebäudeunterhalt.

Jetzt machen alle Schulkinder und Lehrkräfte Ferien. Auch das Museum genießt eine mehrwöchige Ruhepause, ehe es im September mit frischem Elan wieder zur Sache geht: Die Schule von einst in all ihren Facetten den Menschen des digitalen Zeitalters vor Augen zu führen.
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