60 Jahre Sing- und Musikschule Sulzbach-Rosenberg
Musik als Leitfaden fürs Leben

Anna-Maria Haberberger (rechts) und Lisa Milyukova (Klavier) gestalteten den Festakt mit Stücken von Mozart und Hugo Wolf. Bilder: wsb (2)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
14.10.2016
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Schulleiter Steffen Weber, Martin Bayerstorfer, Präsident des Verbandes Bayerischer Sing- und Musikschulen, Bürgermeister Michael Göth, Dr. Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrates (von links).

Mozart, Bach und Fauré waren zwar nicht eingeladen, aber sie hätten ihre wahre Freude gehabt. Denn wie es sich zu einem Jubiläum wie "60 Jahre Sing- und Musikschule" geziemt, durften auch die schönen Klänge beim Festakt nicht fehlen. Lob und Dank standen dabei im Rathaus im Mittelpunkt, aber auch die Würdigung durch einen hohen Gast.

Raunen im Saal, Geräusche der zu stimmenden Instrumente und festliche Garderobe verschmolzen zu einem ersten Eindruck im altehrwürdigen Rathaussaal. Im Fokus ein Geburtstagskind, das mit seinen 60 Jahren keineswegs angestaubt wirkt, vielmehr kommt es jugendlich-frisch daher, sprüht geradezu vor Lebensfreude. Dieser Eindruck drängte sich nicht nur bei den einzelnen Musikstücken auf, sondern klang immer wieder zwischen den Zeilen in den einzelnen Redebeiträgen durch. Als Hausherr durfte Bürgermeister Michael Göth das Fest eröffnen.

Er sah es als große Ehre, dass zu diesem für die Herzogstadt bedeutsamen Ereignis mit Landtagsabgeordnetem Dr. Thomas Goppel der Präsident des Bayerischen Musikrates gekommen war. Genauso wichtig war ihm das Beisein von Landrat Martin Bayerstorfer als Präsident des Verbandes Bayerischer Sing- und Musikschulen.

Zahlreiche Preisträger


Göth erinnerte an die zahlreichen Preisträger und ausgezeichneten Musiker, die in der SMS ihr Handwerk von einer engagierten Lehrerschaft gelernt hätten. Ein Hinweis galt auch dem finanziellen Engagement der Kommune, die in den vergangenen 25 Jahren fast 16 Millionen Euro aus dem Stadthaushalt in die Einrichtung im Schloss investierte. Der Bürgermeister dankte hier ausdrücklich dem Stadtrat, der diese Aufwendungen "stets verantwortungsvoll begleitet".

"Musik und Kultur verbindet und kennt keine Grenzen. Sie braucht aber auch Organisation und Interessenvertretung. Und es geht darum, auch zukünftig Kindern und Jugendlichen eine hervorragende musikalische Ausbildung zu ermöglichen", resümierte der Rathauschef.

Festredner Dr. Thomas Goppel stellte seine Ausführungen unter den Leitsatz "Musik als Bildungs- und Kulturgut im Kontext der Musikschulen (Zitate-Kasten). Dabei versäumte er es auch nicht, konkret auf die Leistungen und Förderer der örtlichen Einrichtung kenntnisreich einzugehen. Unmissverständlich seine Botschaft: "Musik ist ein Leitfaden für das Leben!" Dem stand Martin Bayerstorfer bei seinem Grußwort nicht nach, indem er auf die Historie blickte und vor allem die vielfältigen Anstrengungen hervorhob, die notwendig seien, um eine Sing- und Musikschule über 60 Jahre auf so erfolgreichem Niveau zu führen.

Umfassender Dank


Noch bevor es zum Musikprojekt "Bertha und der Kuchenteig" in die Krötenseeschule ging, setzten beim Festakt verschiedene Solisten und Ensembles der SMS Glanzlichter im Rathaussaal. Schulleiter Steffen Weber oblag es als Schlussredner, einen umfassenden Dank all jenen auszusprechen, die in irgendeiner Form einen Beitrag zur jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte leisteten.

Zitate"Die Sulzbach-Rosenberger Sing- und Musikschule ist ein Leuchtturm-Projekt. Sie ist als Kultur-Produzent tief in der Gesellschaft verankert."

"Musikschulen sind aus dem Geist der Aufklärung heraus entstanden. Mittlerweile haben wir in Bayern 217 öffentliche Sing- und Musikschulen mit Lehrer auf höchstem Niveau.

"In den SMS wird veredelt, ohne zu stark zu bevormunden. Ihre große Bandbreite ist ein Alleinstellungsmerkmal."

Martin Bayerstorfer

"Bildung und Erziehung, kulturelle Bildung und insbesondere die Musik prägen den Menschen in besonderer Weise und nachhaltig. Hier werden Grundlagen für ein lebenslanges Musizieren geschaffen, hier findet Kompetenzbildung pur statt, hier ist Kultur.

"Für Sulzbach-Rosenberg ist es unerlässlich, diese auf höchstem Niveau vorzuhalten, zu gestalten und diese so umschriebene ,freiwillige Leistung' zu einer Pflichtaufgabe im Interesse der Bürger, der Kinder und Jugendlichen sowie für die Erwachsenen in jedem Alter werden zu lassen. Dies haben vor 60 Jahren Oswald Heimbucher und seine Mitstreiter umsetzen können."

Schulleiter Steffen Weber

"Das Musikleben in unserem Land wäre ohne die Sing- und Musikschulen ärmer, käme gar zum Erliegen. Sind sie doch ein wesentlicher Bestandteil zur Erhaltung unseres Erbes, unserer Vielfalt und unserer Zukunftsfähigkeit, weil sie Kernmerkmale unseres gesellschaftlichen Kulturgedächtnisses und Bewusstseins sind. "

"Das menschliche Dasein gewinnt ein ganzes Stück an Qualität, wenn wir uns die Nähe zur Musik erschließen."

"Die Musikschulen sind das Fundament der Musikerziehung und somit der Befähigung, im Ensemble zu spielen. Eine intensive Zusammenarbeit aller Musik- und Bildungseinrichtungen ist unverzichtbar, um Qualität und Vielfalt des musikalischen Bildungsangebotes nachhaltig sichern zu können. Die Bildungsarbeit der öffentlichen Musikschulen muss als Gemeinschaftsaufgabe der Kommunen und der Länder erkannt und sollte als Pflichtaufgabe anerkannt werden!"

"Die Sing- und Musikschule ist ein beachteter, geschätzter und nachgefragter Kulturträger der Stadt Bürgermeister und alle Fraktionen des Stadtrates stehen hinter ihrer kommunalen Bildungseinrichtung "Musikschule". Die Stadt hat der Musikschule eine neue Internetseite zum Geburtstag geschenkt!"

Dr. Thomas Goppel
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