Abschlusskonzert der Städtischen Sing- und Musikschule
Für Zuhörer kein Halten mehr

Franziska Rosemann verabschiedete sich mit einer gelungenen Solo-Präsentation von der SMS.
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
20.05.2016
67
0
 
Tatjana Huberts (links) Cello-Ensemble spannte den Bogen von Klassik zur Moderne. Bilder: aks (2)

Warum mit dem Besten warten bis zum Schluss? Die Streicherklassen der Städtischen Sing- und Musikschule (SMS) zogen ihr Jahresabschlusskonzert einfach ein paar Wochen vor und präsentierten ihre Talente dafür mitten im Zenit der Probenarbeit.

Geigenlehrer Richard Hubert wollte daher auch nur eine Zwischenbilanz ziehen, die sich allerdings sehen lassen konnte. Neben den allgemein "sehr aktiv" verbrachten letzten Monaten erinnerte er insbesondere an die erfolgreiche Teilnahme seiner Schülerinnen bei Jugend musiziert, die Katrina Heckmann und Klara Vogel sogar bis zum Landeswettbewerb in Regensburg gebracht hatte.

Die Genannten revanchierten sich gemeinsam mit Kollegin Eva Langer für das Lob mit konzentrierten, sicheren und beeindruckenden Auftritten, die Lisa Milyukova am Klavier begleitete. Das nahende Schuljahresende bedeutet auch den Abschied von Violinistin Franziska Rosemann und Cellistin Simone Weiß. Hubert dankte diesen "Gesichtern der SMS" für ihre langjährige Treue zu Schule und Orchester und wünschte, dass die Liebe zur Musik sie ein Leben lang begleiten möge.

Letzte Solo-Auftritte


Ihre letzten Solo-Auftritte, ebenfalls mit Lisa Milyukova an der Seite, verschafften auch dem zahlreich erschienenen Publikum eine Ahnung vom zuvor beschriebenen Verlust. Der Nachwuchs steht jedoch bereits in den Startlöchern: Cellistin Anna Rösch zählt ja schon länger nicht mehr nur zu den Geheimtipps. Auch das junge Geigenensemble, das allein und beim Jägerchor aus dem Freischütz mit dem Jugendorchester musizierte, lässt hoffnungsfroh in die Zukunft blicken.

Das von Tatjana Hubert geleitete Cello-Ensemble reihte sich mit klassischem Haydn und temperamentvollem Tango ebenfalls ein in die ansprechenden Leistungen des Abends. Je mehr sich dieser dann seinem Ende zuneigte, umso klarer wurde, warum Richard Hubert noch einen musikalischen Höhepunkt im Visier hat: Am Samstag, 4. Juni, reist sein Orchester mit Mitgliedern des befreundeten HCA-Orchesters zum Festival "Auftakt!" nach München.

Die Quasi-Generalprobe vor Publikum beim Abschlusskonzert hätte nicht erfolgversprechender verlaufen können. Zusammen mit Solistin Franziska Rosemann ließen die jungen und bisweilen auch schon etwas reiferen Musiker Vivaldis Frühling in vollendeter Pracht erstrahlen. Den virtuellen Hut galt es zudem vor Flötist Lukas Wagner zu ziehen, der in Carl Stamitz' Konzert für Flöte und Orchester perfekt mit dem Klangkörper harmonierte und das Werk mit einer selbst komponierten Kadenz anreicherte.

Echte Klasse offenbart


Spätestens bei den sinfonisch besetzten "Symphonic Reflections" über Andrew Lloyd Webbers gigantische Musical-Hits von "Jesus Christ Superstar" bis "Evita" und "Cats" gab es im Rathaussaal kein Halten mehr. Dirigent Richard Hubert hatte aber noch mehr in petto und schraubte die Begeisterung mit "Forrest Gump" noch höher.

Dabei offenbarte sich die wirkliche Klasse des Ensembles: Es verwandelte einen hinlänglich bekannten und schon so oft gehörten Ohrwurm in ein mitreißendes Live-Stück, das alle Vorlagen vergessen ließ. Die stehenden Ovationen waren mehr als gerechter Lohn und zugleich perfekte Motivation und Mutmacher für das Münchner Festival-Gastspiel.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.