Adventssingen der Sulzbach-Rosenberger Trachtenvereine
Herbergssuche damals und jetzt

Die Mülchbankl-Muse der Erz- und Eisenwalzerboum sang "Öitz kummt a wunderbare Zeit". Bilder: cog (2)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
13.12.2015
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Vor über 2000 Jahren suchten Maria und Josef in Bethlehem eine Unterkunft. Hartherzige, geizige oder vielleicht nur gedankenlose Wirtsleute ließen sie nicht ein. Heute sind Millionen Menschen auf der Flucht und wissen nicht, wo sie unterkommen können. Die Herbergssuche ist deshalb ganz aktuell.

Dieses Thema wählten auch die drei Trachtenvereine der Herzogstadt für ihr adventliches Singen und Musizieren. Viele Menschen wollten den Erz- und Eisenwalzerboum, dem Stamm und den Birgländern dabei zuhören. Der Rathaussaal war so voll, dass Bürgermeister Michael Göth keinen Sitzplatz mehr fand und im Stehen zuhörte. Im Publikum saßen Alte und Junge, oft in Tracht gekleidet.

Die Stubenmuse und die Sänger, dazu das Trio Klang Blech mit Trompete, Querflöte und Akkordeon, führten die Zuhörer von den ersten Kerzen durch den Advent bis zur Heiligen Nacht. Die Musikstücke zeigten den reichen Schatz des Volksguts. Die alten, vertrauten Lieder waren ein Ausdruck tiefer, schlichter Frömmigkeit und ließen die Besucher teilhaben an der Andacht vor dem Weihnachtswunder. Da gab es keine elektronische Verstärkung und keine Effekthascherei. Die Beiträge wirkten durch ihre Aufrichtigkeit, die von Herzen kam. Dabei zeigten die vielen jungen Mitwirkenden, wie lebendig die Tradition ist.

Wilhelm Ertel von den Erz- und Eisenwalzerboum führte durch den Abend und trug nachdenkliche Geschichten vor, die die Herbergssuche damals im Heiligen Land und auch heute bei uns behandelten. "Immer liegt der schwere Riegel Vorurteil vor der Tür der Herzen", bedauerte er und fragte: "Was wäre, wenn wir draußen stünden?" Aber Ertels Texte zeigten auch, wie sich die Menschen durch die Begegnung mit dem Kind in der Krippe verändern.

Lieder, Instrumentalstücke und Ertels Vortrag wechselten sich ab. So konnten die Zuhörer die Botschaft aufnehmen und in ihren Herzen bewegen. Mit ausdauerndem Beifall dankten sie den Musikanten und dem Sprecher für einen besinnlichen Abend, der Gelegenheit bot, im Vorweihnachtstrubel still zu werden, innezuhalten und sich auf das Wesentliche zu besinnen.

Kräftig sangen dann die Trachtler und die Besucher gemeinsam "O Tannenbaum". Die Spenden, die am Ausgang erbeten wurden, kommen einem wohltätigen Zweck zugute.
Immer liegt der schwere Riegel Vorurteil vor der Tür der Herzen. Was wäre, wenn wir draußen stünden?Wilhelm Ertel
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