Alter Förderturm jetzt ein Denkmal
Zeugnis der Montanindustrie

Endlich ist der Weg frei: Der alte Förderturm steht nun auf der offiziellen Denkmalliste und kann Förderungen erhalten. Bild: Gebhardt
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
17.04.2016
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Das Bemühen um eine Sanierung währt schon lange: Der Förderturm am Annaschacht ist jetzt endlich offiziell als Denkmal anerkannt, die Stadt will ihn samt Umfeld sanieren. Nun gab der Stadtrat noch sein O.K. zur Aufnahme in die berühmte Liste.

Auf Bitten der Stadt gab es bereits am 10. September 2014 eine erste Ortseinsicht am ehemaligen Förderturm des St.-Anna-Schachtes mit Vertretern der Stadt und dem zuständigen Gebietsreferenten für Denkmalerfassung und -forschung des Landesamtes. Außerdem habe der Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss im Dezember beschlossen, beim Landesamt einen Antrag auf Prüfung der Denkmaleigenschaft für den Förderturm zu stellen. Das Amt, so führte Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn im Stadtrat aus, habe nun ganz klar festgestellt, dass es sich beim Förderturm um ein Baudenkmal nach Artikel des Denkmalschutzgesetzes handele und es daher in der Denkmalliste nachzutragen sei (siehe Kasten "Definition"). Nun sollte nach Denkmalschutzgesetz das Benehmen mit der Stadt hergestellt werden.

Große Bedeutung


Der Turm weise eine besondere geschichtliche Bedeutung auf, schreibt das Amt in seiner Begründung: "Dieser Förderturm über dem heute verfüllten Schacht bei St. Anna ist die einzige erhaltene Förderanlage der Montanindustrie, die seit der 2. Hälfte des 19. bis weit in das 20. Jahrhundert hinein das wirtschaftliche Rückgrat der Region war. Zugleich ist er Zeugnis für die Hoch-Zeit der Eisenverhüttungsindustrie in Sulzbach-Rosenberg, die in den späten 1950er Jahren mit über 600 000 Tonnen Eisenerzförderung pro Jahr ihre größte Ausbeute erzielte."

Einvernehmen erteilt


Um Förderanträge für die Sanierung des Denkmals möglichst schnell stellen zu können, schlug das Stadtbauamt vor, das Benehmen des Stadtrates gegenüber dem Landesamt sofort zu erteilen. Fachliche Korrekturen oder Ergänzungen hielt es nicht für erforderlich.

Der Stadtrat erteilte denn auch einstimmig das Benehmen zur Eintragung des genannten Förderturms mit verfüllter Schachtanlage (D-3-71-151-312) in die Denkmalliste.

DefinitionDas neue Denkmal ist natürlich von Amts wegen genau definiert und hat künftig die Nummer D-3-71-151-312. Die offizielle Bezeichnung lautet: "Zum Förderturm/Erich-Enzmann-Straße. Förderturm und verfüllter Schacht St.-Anna des ehemaligen Eisenwerks "Gesellschaft Maximilianshütte AG Sulzbach-Rosenberg", Stahlfachwerkturm mit Schrägpylon von Siemag-Maschinen und Stahlbau GmbH Nepthen, 1957/58, Förderschacht von Polensky & Zöllner, 1956/57; Reststrecke der Zubringerbahngleise." (ge)
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