Auftaktkonzert der 54. Kammermusikreihe
Unbeschwert und heiter durch den Wald

Maximilian Randlinger (Flöte), Georg Michael Grau (Klavier) und Marlene Pschorr (Horn, von links) verzauberten das Publikum mit einem "romantischen Waldspaziergang". Bild: cog
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
28.10.2016
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Von Corinna Groth

Sulzbach-Rosenberg. "Ein romantischer Waldspaziergang" mit Flöte, Horn und Flügel, das bietet das Ensemble Isara am Mittwoch beim Auftaktkonzert der 54. Kammermusikreihe der VHS Amberg-Sulzbach. Die Reihe ist bekannt dafür, dass sie immer wieder auch jungen Musikern ein Podium bietet und es den Zuhörern ermöglicht, Neues kennenzulernen.

Wie im Gebet


Flöte, Horn und Klavier sind eine Besetzung, für die nur wenige Komponisten geschrieben haben. Eine davon ist die Französin Mel Bonis. Flötisten kennen sie, für die meisten Konzertbesucher sind ihre "Scènes de la forêt" eine Entdeckung. In vier Sätzen malt sie den Wald, neblig-verhangen in der Nacht, mit funkelnden Tautropfen im ersten Morgenlicht, andächtig wie im Gebet und schließlich bei einer fröhlichen Jagd. Vor allem die vielen Klangfarben, die Marlene Pschorr ihrem Horn entlockt, machen dieses Stück zu einem besonderen Erlebnis. Als reizvollen Kontrast zu diesen warmen, weichen Tönen setzt Maximilian Randlinger Glanzlichter mit der Flöte.

Auch Frédéric Duvernoys "Trio Nr. 1" ist eine Originalkomposition für die Besetzung des Ensembles. Die Musiker beglücken hier mit der unbeschwerten Heiterkeit eines Sonnentags. Hoch virtuos ist César Francks "Sonate A-Dur op. 120" für Flöte und Klavier. Das Stück, ein Hochzeitsgeschenk, beschreibt vielleicht eine Ehe. Randlinger schwelgt mit seiner Flöte in Liebesfreuden, zickt gegen den Flügel, triumphiert, vereinigt sich mit ihm in Leidenschaft. Wunderbar ist die Dynamik. Vor allem die leisen, zarten Momente gestalten Randlinger und Pianist Georg Michael Grau mit einer so starken Intensität, dass man meint, man könne die Musik anfassen.

"Robert Schumann hat vergessen, dass Hornisten auch atmen müssen", ist das Urteil vieler Bläser über das "Adagio und Allegro As-Dur op. 70". Nach dem zärtlichen 1. Satz mit inniger Weichheit zeigt sich das Horn im 2. von einer ganz anderen Seite. Rasante Koloraturen, mitreißende Kraft und dabei immer überlegene Eleganz, das erwecken Grau und Pschorr zum Leben. Beide gehen bei dieser Tour de Force auch körperlich an ihre Grenzen. Die Zuhörer sind begeistert.

Kräftiger Applaus


Grau steht meist buchstäblich im Schatten der beiden Bläser. Als kleines Extra, das nicht auf dem Programm steht, beweist er mit Konzertetüden von Frédéric Chopin und Franz Liszt solistisch sein Können.

Für den kräftigen Applaus danken die Musiker mit Franz Dopplers "Souvenir du Rigi". Doppler erinnert sich hier an einen Aufenthalt in der Schweiz, aber er gestaltet keine monumentalen Klanggebirge, sondern ein leichtfüßiges, bewegtes Stück, in das Grau, Pschorr und Randlinger noch einmal ihre ganze Spielfreude, die ansteckende Lust an guter Musik legen.
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