Bergknappenkapelle der Stadt und der Gospelchor Voices of Joy geben Konzert
Dynamik und Harmonie

Johannes Mühldorfer dirigierte das Orchester mit sparsamen Bewegungen. Bild: cog
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
31.01.2016
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"Menschen begeistern", das hatten sich die Bergknappenkapelle der Stadt und der Gospelchor Voices of Joy vorgenommen. Der Funke der Begeisterung sprang beim Raiffeisen-Benefizkonzert in der Christuskirche sofort über.

"Was dreimal stattgefunden hat, ist Tradition", waren sich Hans Renner, der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank, Stadtpfarrer Dr. Roland Kurz und Bürgermeister Michael Göth in ihren Grußworten einig. Die Freunde hochklassiger Blasmusik waren damit sehr zufrieden, bedeutet das doch, dass es auch im nächsten Jahr wieder ein Raiffeisen-Benefizkonzert geben wird. Zum zweiten Mal war auch der Gospelchor dabei. Ab dem nächsten Jahr ist auch dessen Auftritt Tradition.

Florentiner Marsch


Die Bergknappenkapelle eröffnete den Abend mit Julius Fuciks fulminantem "Florentiner Marsch". Schon hier zeigte sich, dass das Orchester bestens disponiert war. Alle Stimmen waren ordentlich besetzt, und unter den vielen Musikern waren zahlreiche junge Gesichter zu sehen. Ein Zeichen dafür, dass die bergmännische Tradition lebt und weiterlebt, weil auch die nächste Generation sie aufrechterhalten wird.

Schellen klingelten, man hörte Pferde traben und sah gleichsam die Schneeflocken stieben bei der Petersburger Schlittenfahrt von Richard Eilenberg. Auch das weitere Programm ließ keine Wünsche offen. Das Orchester spannte einen Bogen von Richard Strauss bis zu Bert Kaempfert, und so unterschiedlich die Stücke auch waren, immer erfreuten kraftvolle Tutti, ausgefeilte Dynamik und ein sehr harmonisches Zusammenspiel unter dem Dirigat von Johannes Mühldorfer. Er agierte mit sparsamen Bewegungen, dabei aber mit absoluter Präzision.

Großartig waren die sensiblen Soli. Da setzten Flöten, Klarinetten oder Posaunen besondere Glanzlichter. Der Sinatra-Song My Way wurde von einem Solisten getragen. Die Solotrompete von Michael Heinz strahlte über der weichen, zurückhaltenden Begleitung des Orchesters. Da atmete der Geist von Ol' Blue Eyes aus jedem Ton.

Voices of Joy


Ein hochkarätiges Bläserquintett mit Amazing Grace, eine tiefgründige Orgelimprovisation von Dekanatskantor Gerd Hennecke über The House of the Rising Sun und der Auftritt der Voices of Joy ergänzten das Programm. Nach einer gefühlvollen Ballade sang der Chor mit Old Time Religion einen klassischen, fetzigen Gospel. Alle Füße im Publikum wippten mit. Bei einem Medley aus George Gershwins Oper Porgy and Bess begleitete Schlagzeuger Philipp Senft den Chor auf dem Cajón. Die Sänger erfüllten die sehr unterschiedlichen Teile mit Leben und versetzten die Zuhörer in die schwüle Luft der amerikanischen Südstaaten.

Starkes Band


Gemeinsames Handeln und Engagement für andere, das ist das Band, das die Gesellschaft zusammenhält. Das Orchester und der Chor bewiesen dies bei einem Lied, das sie gemeinsam darboten: We are the world. Der Chor hatte sich geteilt. Der Sopran stand links vor den Bläsern, die anderen Stimmen rechts, so dass eine schöne räumliche Wirkung entstand. Sänger und Instrumentalisten gaben noch einmal ihr Bestes. Die ganze Kirche war von mitreißender Musik erfüllt. Das Lied ging zu Herzen und wärmte noch lange.

Die Zuhörer applaudierten begeistert und forderten mit lauten Rufen eine Zugabe, bis Orchester und Chor das letzte Stück wiederholten. Dann traten die beiden Raiffeisenbank-Vorstände Hans Renner und Udo Füssel nach vorn und überreichten Alexandra Ottmann, der Vorsitzenden des Fördervereins der Bergknappenkapelle, einen Spendenscheck über 1000 Euro: Den Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten. Dr. Kurz gaben sie zwei Umschläge mit je 250 Euro für die Voices of Joy und für die Evangelische Jugend, die den Musikliebhabern in der Pause Erfrischungen gereicht hatte.

VerlosungGanz zum Schluss wurde es spannend. Unter allen Eintrittskarten wurde ein Candle-Light-Dinner für zwei Personen im Weißen Ross in Illschwang verlost. Aus dem großen Kasten angelte Dr. Roland Kurz als Glücksfee die Karte Nummer 363. Nach einem Moment, als alle Konzertbesucher in ihren Taschen kramten, ertönte ein Freudenschrei, und die glückliche Gewinnerin holte sich ihren Preis ab. (cog)
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