Berufsfachschüler geben Abschlusskonzert in der Annabergkirche
Stimme in der Kammermusik

Die Akustik der Annabergkirche nutzte die Kammermusikklasse zu einem eindrucksvollen Konzert. Bild: bbo
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
03.08.2016
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Es ist eine schöne Tradition, dass die Kammermusikklasse der Berufsfachschule jedes Jahr ihr Abschlusskonzert auf dem Annaberg gibt. Der Kirchenraum mit seiner guten Akustik motiviert sie trotz Prüfungsstress und Abschiedsstimmung zu Höchstleistungen.

Für die meisten Schüler markiert das Konzert auch das Ende der Ausbildungszeit. Unter der sachkundigen Leitung der beiden Dozenten Anke Trautmann und Ralf Waldner erklang ein vielfältiges Programm, dass die ganze eineinhalb Jahrhunderte währende Epoche des musikalischen Barock umspannte. Ein Schwerpunkt war diesmal der Einsatz der Stimme in der Kammermusik.

Die beiden jungen Tenöre David Schlicht und Johannes Pilarski begannen mit dem kleinen geistlichen Konzert "Singet dem Herrn ein neues Lied" und gaben damit gleichsam das Motto vor. Dazu passte William Williams "In Imitation of Birds"; ein Stück in dem der Gesang zweier Vögel von Blockflöten imitiert wird. Der virtuose, fast zwitschernd anmutende Instrumentalpart wurde von den beiden Flötistinnen Birgitta Engelhard und Christiane Eichler perfekt gemeistert.

Zauberhaftes Lied


Ganz anders wurde die Atmosphäre bei dem kleinen zauberhaften Lied "Rest Sweet Nymphs" des Engländers Francis Pilkington. Hier wurde einer solistischen Sopranstimme eine Gitarre zur Seite gestellt. Das Stück mutete fast renaissancemäßig an. Marion Weißmeier (Sopran) und Markus Böx (Gitarre) verstanden es, das Publikum in eine Stimmung stiller Andacht zu versetzen.

Die Sopranistin Marion Weißmeier war später nochmals zu hören: In einer Arie von Georg Philipp Telemann: "Lasst hier Gesang und Saiten erschallen" jubelte sie und wurde dabei von der Flötistin Maria Ulrich virtuos unterstützt. Dass Telemann eine starke Affinität zur Querflöte hatte, wurde bei diesem Konzert bewiesen durch zwei weitere Kammermusikwerke: die Triosonate C-Dur, gespielt von Eva und Julia Haydn, und einen Duettsatz für Querflöten ohne Bass, den Maria Ulrich und Rebecca Fürst darboten. Ein weiteres Kammermusikstück für Flöte, die Sonate C-Dur von Jean-Baptiste (John) Loeillet, spielte Rebekka Sieber.

Eine Besonderheit des Konzertes war der kleine Chor, der sich aus der Kammermusikklasse gebildet hat. Ganz im Sinne von Kammermusik - ohne Dirigenten - sangen sie zwei anspruchsvolle Chorsätze von Purcell und Palästrina.

Dass bei den Chor- und auch bei den Instrumentalwerken der Kirchenraum von verschiedensten Plätzen aus beschallt wurde, verlieh dem Konzert einen ganz besonderen Reiz. Den solistischen Kontrapunkt setzte der Sulzbacher Cembalist Andreas Schmidt mit Solostücken von Jacques Duphly. Das Publikum in der voll besetzten Kirche bedankte sich durch begeisterten Applaus.
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