Berufsfachschule für Musik gibt Benefizkonzert in der und für die Klosterkirche St. Hedwig
So vielseitig ist Kammermusik

Die Instrumentalisten formierten sich auch zu einem stimmschönen Kammerchor. Bild: bbo
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
19.05.2016
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250 Jahre Klosterkirche St. Hedwig inspirierten die Studierenden der Berufsfachschule für Musik zu einem Benefizkonzert. Über den passenden Auftakt gab es keine Diskussion.

Die zwölf Mitglieder der Kammermusikklasse mit ihren Leitern Anke Trautmann und Ralf Waldner formierten sich für das Hedwigslied zu einem wohlklingenden Kammerchor. In ihrer Eingangsmoderation beschrieb Anke Trautmann das Wirken der Hedwig. Gotteslob zum einen, Hilfe für menschliches Leid zum anderen - das waren die Triebfedern der großen Heiligen des Mittelalters.

Auch in der Kunst des Barock gab diese Bipolarität Impulse. Zum einen die Verherrlichung menschlicher Macht und Größe oder in der geistlichen Kunst das "Soli Deo Gloria", auf der anderen Seite die Rückbesinnung auf das menschliche Elend, die Passion. So boten die Studierenden unterschiedlich besetzte Stücke dar, die teils festlichen Charakter hatten, aber auch nachdenklich stimmten.

Kriterien für den Vortrag


In ihrer gleichwohl unterhaltsamen wie informativen Moderation gingen Anke Trautmann und Ralf Waldner immer wieder auf diese grundsätzliche Unterschiedlichkeit ein. Im Kammermusikunterricht geht es unter anderem auch um die Perfektion des Vortrags. Hierfür ist nicht nur die technische Beherrschung eines Musikstückes notwendig, sondern auch das inhaltliche Verständnis.

Im Barock hat jedes Stück eine Grundstimmung; einen Affekt. Diesen zu erkennen und in seinem Spiel herauszuarbeiten, darum geht es bei einem guten musikalischen Vortrag. Das ist den jungen Studierenden an diesem Abend gelungen.

Für musikalisch festliche Stimmung sorgten Triosonatensätze von Telemann, Quantz, Carl Philipp Emanuel Bach und Loeillet. Die Besetzungen sorgten für Abwechslung: zwei Querflöten (Eva und Julia Haydn, Maria Ulrich und Anke Trautmann), Violine und Querflöte (Sr. M. Felicitas König und Rebekka Sieber), Block- und Querflöte (Susanne Eichler, Julia Haydn). Die Continuobegleitung am Cembalo übernahmen Ralf Waldner und Andreas Schmidt.

Stimmungs-Gegensätze


Klanglicher Höhepunkt war ein Quintett des belgischen Komponisten Jean-Baptiste Loeillet für zwei Blockflöten (Birgitta Engelhard/Susanne Eichler), zwei Querflöten (Eva Haydn/Jessica Drzymota) und Generalbass. Für den stimmungsmäßigen Kontrapunkt sorgten dann ein langsamer Duosatz für zwei Querflöten von Telemann (Rebecca Fürst/Maria Ulrich). Wunderbare Variationen über das Lied "Mein junges Leben hat ein End" des Niederländers Jan Pieterszoon Sweelinck interpretierte der junge Cembalist Andreas Schmidt feinfühlig. Im geistlichen Konzert von Heinrich Schütz "Einst bitte ich vom Herren" deklamierten die beiden Tenöre David Schlicht und Johannes Pilarski den nicht ganz einfachen Text ausdrucksvoll.

Mit dem Choralsatz von Johann Sebastian Bach "Nun danket alle Gott" ging ein beeindruckender und gut besuchter Konzertabend in der Hedwigskirche zu Ende. Das Publikum bedankte sich bei den Musikern mit viel Applaus.
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