Big-Band des Nordbayerischen Musikbundes und „Blue Train Orchestra“ überzeugen
Vielfältige Einblicke in Musik-Landschaft

Als erfahrene Routiniers und absolute Könner ihres Metiers erwiesen sich die Spieler des Blue Train Orchestra der Städtischen Musikschule Bamberg mit ihrem Bandleader Sebastian Strempel. Bild: exb
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
20.03.2017
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Einmal im Jahr trifft sich eine kleine Schar Big-Band-begeisterter Musiker aus den Oberpfälzer Blaskapellen, um der Faszination dieses Genres in Sound und Stilistik nachzuspüren. Das Abschlusskonzert der diesjährigen Arbeitsphase zeigte wiederum einmal mehr: Blasmusik kann auch Big-Band - und das wie!

"The Heat Is On", unter diesem Motto des gleichnamigen Titels von Sammy Nestico fand am Sonntag ein Konzert mit gleich zwei Big-Bands im voll besetzten Konzertsaal der Berufsfachschule für Musik statt. Sofort tauchte man ein in eine Fülle südamerikanischer Rhythmen, welche die kürzlich verflossene Karnevalsstimmung wieder aufleben ließ.

Echte Meilensteine


Vorgestellt von der Big-Band des Bezirksverbandes Oberpfalz im Nordbayerischen Musikbund unter der Leitung von Johannes Neuner folgten Meilensteine der Big-Band-Literatur wie das swingende "It's oh so nice" und der Funkrock-inspirierte Titel "Computer". Souverän interpretierte der Sänger Cris Gardner Evergreens wie "I've got you under my skin" von Cole Porter, "Beyond the sea" und "What a wonderful world". Was das Dozenten-Team unter der Federführung von Prof. Silvan Koopmann mit Sebastian Strempel, Trompete, und Johannes Neuner, Saxophon, innerhalb kurzer Zeit auf die Beine zu stellen vermochte, konnte sich sehen und hören lassen und verdient höchsten Respekt.

Das in Bamberg und Umgebung ansässige "Blue Train Orchestra" gilt als tragende Formation in unserer oberfränkischen Nachbarschaft. Die Gruppe des Trompeters Sebastian Strempel, der in der Oberpfälzer Big-Band das Trompetenregister betreute, bestach durch ein kompaktes Klangbild und eine ungemein druckvolle Rhythmusgruppe. Solistische Darbietungen des Bandleaders selbst sowie des Pianisten Harald Hauck versetzten die Zuhörerschaft an den Puls der Zeit und ließen den Einfluss des Modern Jazz spüren. Auch zeitnahe Titel wie das extrem zarte "Walkin' Tiptoe" des belgischen Komponisten Bert Joris trugen dazu bei, sich einen Höreindruck über aktuelle Strömungen im großformatigen Jazz zu verschaffen.

Summa summarum ein Abend, der nicht nur hohen Unterhaltungswert und Virtuosität bot, sondern ebenso vielfältige Einblicke in die musikalische Landschaft des Jazz und seiner gegenwärtigen Interpreten. Dass Sebastian Strempel der Veranstaltung nicht nur seinen musikalischen "Stempel" aufdrückte, sondern sich auch als ungemein humorvoller Entertainer vorstellte, macht Lust auf weitere Konzerte dieses Genres.
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