"Birg aaf, Birg o"-Festival: 300 Volksmusikfreunde zum Kneipenclubbing auf Bayerisch
Ein Traum von Volksmusik

Das hat der ehrwürdige Seidel-Saal noch nicht erlebt: Gaudi, Tanz und schmissige Volksmusik schufen eine besondere Atmosphäre. Bilder: Bernd Müller (5)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
28.09.2014
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Ein lauer Herbstabend, Musik dringt aus allen Kneipen, viele fröhliche Menschen unterwegs: So schön kann Volksmusik sein. Beim "Birg aaf, Birg o"-Festival am Samstag legte sich ein besonderer Zauber über die nächtliche Stadt. Schuld daran waren die exquisiten Musiker.

(oy/ge) Dou legst de nieda! Wor daou wos laous in da Stood: Schon zum Auftakt des 3. "Birg aaf, Birg o" strömten an die 300 Volksmusikfreunde zum Rathaus, wo die offizielle Eröffnung des Kneipenclubbing auf Bayerisch über die Bühne ging. Die Lokalmatadoren der Birgländer Musikanten und der Alfelder zeigten gleich zu Beginn, wo der Bartl musikalisch den Most holt.

Bürgermeister Michael Göth freute sich über den außerordentlichen Zuspruch und bemerkte stolz: "Die Innenstadt lebt!" Er bedankte sich bei allen Musikgruppen und den Organisatoren Kulturwerkstatt und Birgländer Musikanten um Matthias Fiedler für lebendiges Brauchtum und bodenständige Musik. "Wir dürfen uns auf sieben Kapellen in sechs Lokalen freuen. Genießen Sie diesen Abend"

Pures Vergnügen

Auch Matthias Fiedler als Frontmann der Birgländer Musikanten sah man die Genugtuung ob des guten Zuspruchs förmlich an. Mit einem breiten Lächeln wünschte er allen Besuchern pures Vergnügen. "Leit, däitz ummeschaua, danzen, singa und redn", gab er den Versammelten mit auf den Weg durch die Lokale. Schmankerl zum Auftakt war das kleine "Open-air" mit Alfeldern und Birgländern vor dem Rathaus.

Ein lauer Herbstabend, Musik dringt aus allen Kneipen, viele fröhliche Menschen unterwegs: So schön kann Volksmusik sein. Bilder vom Bernd Müller

Seide-Saal kocht und tanzt

Beim Fuchsbeck ergaben "Sechs Halbe" drei ganze Musiker: Der Armin, der Martin und der Johannes aus Kucha in "Middelfrangen" überzeugten mit Drehern, Bairischen, aber auch Schürzenjäger-Krachern.

Die "Alfelder", bestens bekannt und beliebt, unterhielten im "Centro", die Loonharder Musikanten brachten den Seidel-Saal zum Kochen und Tanzen, und im Rathaus-Foyer zelebrierte die VA-Blech ihre tollen Arrangements. Die "Sulzbacher Musi" hatte sich beim Pamler in der "Landkutsche" eingenistet und versorgte die zahlreichen Fans mit bodenständiger Volksmusik. Über all dem "schwebten" die Birgländer, die von Lokal zu Lokal zogen und mit ihren Kollegen perfekt aufspielten.

Höchste Qualität

Musik von höchster Qualität boten "WosDaBrassKo - frei übersetzt "Wos Blechmusi alles kann" - sie sorgten im proppenvollen Brauereigasthof Sperber für ein Klangerlebnis besonderer Art. Fünf junge Burschen waren aus Straubing mit zwei Trompeten, Tenorhorn, Posaune und Tuba angerückt. Unverkennbar der böhmische Einfluss, aber auch im Landler-Segment zeigten sie sich sattelfest. Gesang, Gstanzln und Trinksprüche ergänzten sich mit der guten alten Tanzbodenmusik und Stückln mit wuchtigem Blech-Einsatz: Schlager, Märsche, Ohrwürmer.

Höhepunkte waren die vom Publikum kräftig mitgesungene heimliche Südtiroler Nationalhymne "Wohl ist die Welt so groß und weit" sowie der vielgewünschte "Böhmische Traum". Hut ab, WosDaBrassKo! Ihr dürft gerne öfter kommen. Fazit des Festivals: Auf jeden Fall wieder, das ginge auch im jährlichen Turnus.
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