Brass band Regensburg spielt auf
Richtig viel Blech auf der Bühne

Die Brass Band Regensburg bereitete den Besuchern einen höchst vergnüglichen Abend. Bild: gac
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
25.04.2016
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Wenn Louis van Gaal, der Trainer von Manchester United, nach Sulzbach-Rosenberg käme, um den SV Loderhof zu trainieren, wäre das eine Sensation. Beim Konzert der Brass Band Regensburg in der Berufsfachschule für Musik durften die Zuhörer Vergleichbares erleben.

Brass Bands sind eine britische Tradition. Sie entstanden im 19. Jahrhundert als Freizeitvergnügen der Bergleute in den Kohlezechen der Midlands. Die Kumpel mit ihren schwer arbeitenden Händen fanden das Spielen von Blechblasinstrumenten einfacher als Geigen oder Flöten, und die Zechenbesitzer unterstützten das, weil man glaubte, dass durch das Blasen die Lunge vom Kohlenstaub gereinigt würde. Daher besteht eine Brass Band nur aus Schlagwerk und Blechbläsern - davon aber richtig viel!

Besondere Stücke


Für diesen speziellen Sound gibt es extra komponierte Musikstücke, zum Beispiel "Horizons" von Paul Lovatt-Cooper, mit dem die Brass Band Regensburg unter der Leitung von Christine Hartmann in das Konzert startete. Das Stück bot neben virtuosen Soli für Euphonium und Trompete auch prächtige Fanfaren, bei denen die volle Wucht des 30-köpfigen Gebläses zum Einsatz kam.

In der oberen Liga


Natürlich entstand zwischen den über 50 000 Ensembles, die innerhalb weniger Jahre in Britannien gegründet wurden, schnell ein sportlicher Wettbewerb, und auch der gehört inzwischen zur Tradition. Es werden lokale, regionale und nationale Meisterschaften nach genau festgelegten Regeln ausgespielt.

Zu den Brass Bands, die seit Jahren in der obersten britischen Liga spielen, gehört die "Jaguar Land Rover Band", deren Leiter Dave Lea die Regensburger für die deutsche Meisterschaft fit macht. Dave Lea schwang den Taktstock bei "Evolution" von Philip Sparke, einem Pflichtstück, das allen Instrumentengruppen und vielen Solisten ein großes Spektrum von Emotionen, Rhythmen und Klängen abforderte.

Lea zeichnete auch für "English Heritage" von George Lloyd verantwortlich, eine virtuose Tour de Force durch leise Soli und wuchtige Tutti, harte Cluster und sanfte Harmonien, schnelle und langsame Passagen.

Der Abend bot aber auch leichtere Kost: "Carnival Cocktail" mit einem artistischen Euphonium-Solo von Martin Hinkel, einen Ausschnitt aus dem Musical "Chess" und Filmmusik von Ennio Morricone. Bei "Funky Brass" von Otto M. Schwarz konnte die Band ihr exaktes Zusammenspiel auch bei schwierigsten Rhythmen zeigen. Und ja: Auch drei Tuben können eine Basslinie zupfen wie ein Elektrobass.

Steffen Weber, Leiter der Städtischen Sing- und Musikschule, begrüßte und verabschiedete in Vertretung des Hausherrn Benedikt Boßle die Brass Band Regensburg im leider nicht ganz vollen Saal.

Donnernder Applaus


Nachdem die Musiker bei Lovatt-Coopers "Fire in the Blood" noch einmal das doppelte "ff" von der Kette gelassen hatten, ließen sie sich durch den donnernden Applaus noch zu zwei humoristischen Zugaben bewegen. Mit "Softly, Softly" und "Barney's Tune" wurden die Zuhörer in den Abend entlassen.
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