"Brixton Hill" Krimi-Lesung mit Zoë Beck im Literaturhaus in Sulzbach-Rosenberg - Neuer Krimi ...
Weib, Web und ganz viel Spannung

Zoë Beck versteht ihr Handwerk. Im Literaturarchiv schlug sie mit ihrer intelligent konstruierten, spannenden und lebendigen Thrillerlesung das Publikum in ihren Bann. Bild: Scharf
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
13.11.2014
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Natürlich arbeitet die bereits mehrfach ausgezeichnete Autorin Zoë Beck längst an einem neuen Krimi. Der soll im März nächsten Jahres erscheinen. Das verriet sie am Dienstagabend bei ihrer Lesung im Literaturhaus in Sulzbach-Rosenberg, die zu der Reihe der Seminare "Kriminalromane" der Bayerischen Akademie des Schreibens gehört.

Soziale Ungleichheit

Vorgestellt wurde sie von Patricia Preuss, Mitarbeiterin im Literaturarchiv: die Autorin wurde 1975 geboren und war in ihrer Jugend eine erfolgreiche Pianistin. Sie studierte englische und deutsche Literaturwissenschaft, anschließend arbeitete sie als Producerin für internationale Fernsehfilmproduktionen und seit 2004 sowohl in der Redaktion wie auch als Regisseurin für Synchronproduktionen. Für ihre kriminalistischen Arbeiten bekam sie 2010 den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte "Bester Kurzkrimi". Es folgte 2014 der Krimipreis von Radio Bremen. Ihr aktueller Thriller "Brixton Hill", den sie vorstellte, stand heuer drei Monate lang auf der "KrimiZEITBestenliste".

Mord und Totschlag? Das sieht man der jungen Frau mit dem schulterlangen, dunkel-kupferrotem Haar nicht an. Im modischen Großkaro über Rollkragenpulli blättert sie durch einen gut konstruierten und kraftvoll erzählten Polit-Thriller, der sich vorwiegend mit der sozialen Ungleichheit und Internetkriminalität beschäftigt. So jedenfalls entwickelt sich der Plot, der mit Informationen gespickt ist und den sie in recht leisem Ton, aber sehr lebendig und hochspannend vorträgt. Die Zuhörer lauschen gespannt ihren Erläuterungen, die sie spontan gibt, und dem akzentuiert vorgetragenen Text. Kühl und sachlich ist ihre Schreibweise. Die nicht ganz leichte Thematik erzählt sie locker und nüchtern: Emma Vine (Em) ist die Hauptperson. Sie ist eine junge Frau aus reichem Haus, oberflächlich und arrogant. Aber die Fassade bröckelt, Morde passieren und ein Ausflug nach Brixton Hill ändert viel. Das "Schwärzeste Viertel" der britischen Hauptstadt ist Namensgeber und Hauptschauplatz in diesem Buch. Hier brodelt das Leben, hier wird der Tod von Maggie Thatcher gefeiert, hier findet ein Umbruch statt. Das zuvor von Arbeitern geprägte Schmuddelviertel wird nun von Studenten und Künstlern entdeckt und besiedelt. Das wertet die Gegend auf und macht sie für Mittelschichtler attraktiv, was wiederum Begehrlichkeiten weckt bei Investoren und Spekulanten.

Hacker die Bösen?

Zweites wichtiges Thema in diesem Krimi scheint das Internet und seine negativen Folgen zu sein. Jedenfalls informiert Zoë Beck ausführlich über Hacker. Diese würden oft als die Bösen gelten. Es gäbe aber auch die Interpretation, sie seien "verspielte neugierige Wesen", die ihr Wissen zur Verfügung stellen und die Grenzen des Machbaren ausreizen.
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