Cellar Boys spielen im Capitol ihre Lieblingslieder
Gediegene Musik von Könnern für Kenner

Die Cellar Boys in Aktion. Von links: Matthias Sommer, Thommy Müller, Lurchi Gebhardt, Uli Lommer und Konny Sommer. Bild: Wedel
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
24.11.2016
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Ein letzter Kracher von den Rolling Stones als dritte Zugabe, dann verneigten sich fünf glückliche Musiker vor ihren Fans: Im gut gefüllten Capitol hatten die Cellar Boys ihr großes Herbstkonzert perfekt über die Bühne gebracht. Und schon am Tag darauf kamen die ersten Fragen: "Wann spielt ihr wieder?"

Gute, alte, handgemachte Musik war versprochen worden, und das hielten sie auch ein. Bisher nur ein einziges Mal (im Mai) hatten die fünf Jungs sich öffentlich präsentiert, dafür aber mächtig geprobt in diversen Wein- und Übungskellern. Die Cellar Boys spielen nur die Musik, die ihnen selber Spaß macht, und das merkte man auch an diesem Abend.

Jessica und Dampf


Der Klassiker "The Breeze" eröffnete den ersten Teil, und von Anfang an blitzte die Spielfreude auf bei den Fünf. Vom Beatles-Oldie über gefühlvolle Norah-Jones-Songs bis zum unvermeidlichen "Folsom Prison Blues" als Johnny-Cash-Huldigung führte der Weg zum alten Cowboy-Lied "I ride alone" aus der Rapplczek-Zeit. Eric Claptons "Layla" gastierte ebenso im Capitol wie der Gospel-Urfelsen "People, get ready", vierstimmig gesungen und gefühlvoll interpretiert. Der Instrumental-Klassiker "Jessica" von den Allman Brothers kam zur Pause dann mit viel Dampf und einer perfekten zweistimmigen Gitarren-Formation.

Überhaupt die Gitarren: Thommy Müller und Uli Lommer sind wohl die beiden besten Gitarristen auf ihrem Gebiet im weiten Umkreis. Jeder pflegt seinen eigenen Stil, glänzt mit brillanten Soli, ordnet sich aber auch perfekt als Rhythmusgeber oder Begleiter unter. Die "Sultans of swing" gelangen Uli Lommer wiederum perfekt, während Thommy Müller machtvoll das "Black magic woman" heraufbeschwor und beide gemeinsam viele eindrucksvolle zweistimmige Läufe zelebrierten.

Der zuverlässige Konny Sommer am Bass und Lurchi Gebhardt als routinierter Schlagzeuger, beide seit über 40 Jahren aktiv, sorgten für das Fundament, das Matthias Sommer am Keyboard ausgezeichnet verzierte - ein unverzichtbares Soundelement. Von "Sweet Home Chicago" bis zur rockigen Eigeninterpretation von "If I were a carpenter" reichte die Spanne, Elvis beteuerte "That's alright, mama" und die legendäre Dylan-Begleitgruppe "The Band" erfuhr Huldigung durch "The Weight". "Listen to the music" hieß es dann am Ende, und drei Zugaben erklatschte sich das begeisterte Publikum. "Dead Flowers" von den Stones, das Lieblingslied der Gruppe, entließ die Fans hochzufrieden in den Abend. Es geht halt nichts über gut gespielte, ehrliche Musik, die den Interpreten selbst Spaß macht. Denn die steckt alle an.
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