Chansonabend im
et les autres singen vom Leben und der Liebe

Sängerin Juliette Brousset und ihre Mannen hatten das Publikum sofort auf ihrer Seite im Capitol. Bild: hka
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
30.11.2016
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Meist wird englisch gesungen auf den Bühnen in Sulzbach-Rosenberg, zwischendurch gibt es "Volxmusik" und Austropop. Ein Abend mit französischen Chansons ist da schon ziemlich exotisch. "Kultopf" wagte den Versuch im Capitol - und er gelang.

(hka) "Moi et les autres" nennen sie sich, und es ist offensichtlich, dass Sängerin Juliette Brousset im Mittelpunkt steht, auch wenn mit "den Anderen", den Mitgliedern ihrer Band, zusammen ein "Wir" entsteht. Sie bringen französisches Flair ins Capitol, singen vom Paris der 1950er-Jahre und dem linken Ufer der Seine, "wo alle da waren, die groß und berühmt geworden sind". Dann aber bringen sie nicht deren bekannte Chansons, sondern ihre eigenen, sie gibt es mittlerweile auf drei Alben. Die Presse nennt sie "die beste Swing-Chanson-Band Deutschlands". Sie haben Wettbewerbe gewonnen und geben im Jahr rund vierzig Konzerte. Ihre Lieder erzählen Geschichten, poetisch, melancholisch, voller Wut. Es geht um Liebe, Kinder, trinkende Männer, auch um die Krisen. Viele der Chansons sind in Kreativ-Sitzungen Juliette Broussets mit ihrem Komponisten und Gitarristen David Heintz entstanden. Auf der Bühne werden beide ergänzt von Yves Weyh, Akordeon, Simon Ostheim, Schlagzeug, und Andreas Manns, Kontrabass. Dass alle "gestandnen Männer", wenn es sein muss, auch die kleine Ukulele spielen können, gefällt dem Publikum.

Mit den musikalischen Wurzeln im traditionellen französischen Chanson kreuzen "Mois es les autres" ihren Sound mit Jazz, Tango, Balkan-Musik und sogar Klängen aus dem jazzigen New Orleans. Ob Walzer oder Tango, ihre Musik ist swingend, improvisiert, lebendig. Ihre letzte CD hat den ungewöhnlichen Namen "Bio", das Leben betreffend.

Davon singt die Deutsch-Französin Juliette Brousset mit sanft rauchiger Stimme in den unteren Registern, angenehm weich in den Höhen auf Französisch, nicht aber ohne Inhaltsangabe. Nicht immer braucht sie Worte, um ihre Gefühle musikalisch auszudrücken, sie kann das auch mit Lautmalereien. Ihre Soli zeigen, dass sie ein Jazz-Studium absolviert hat, die ebenso virtuosen Band-Mitglieder erhalten spontanen Beifall.

Mit einem Lächeln und der Aufforderung "Don't be blue" will die zierliche Chansonette im roten Kleid auch einen Blues des Publikums verhindern. "La valse de noel", der Weihnachtswalzer, und letztendlich doch ein Medley der bekanntesten französischen Chansons tragen dazu bei, dass ein Wunsch, den Marian Mure vom Verein Kultopf zu Beginn des Abends geäußert hat, sich erfüllt: Es war eine "bonne soiree".
Weitere Beiträge zu den Themen: Chansonabend im Capitol (1)Moi et les Autres (1)
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