Claudia-Schwab-Trio spannt den musikalischen Bogen über alle Grenzen hinweg
Jodler wird zum Exportartikel

Zu fünft im Trio? Die Stockauer Sophie Meier-Rastl und Wastl Meier (Dritte und Vierter von links) gesellten sich Claudia Schwab, Stefan Hedborg (links) und Marti Tärn im Capitol kurzerhand hinzu. Bild: hka
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
08.04.2016
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Es geht auch so: Während gestritten und gefeilscht wird in Europa, stehen drei junge Leute auf der Bühne, die aus Island, Schweden und der Steiermark kommen. Sie spannen den Bogen noch weiter bis Indien und Peru und zeigen einmal mehr, wie völkerverbindend Musik sein kann.

Groß war der Hunger nicht auf das Menü, zu dem der Verein Kultopf ins Capitol eingeladen hatte. Die kleine Schar der Gäste aber wurde belohnt: Das Claudia-Schwab-Trio bot eine ungewöhnliche, aber erlesene Kost.

Die Geigerin aus der Steiermark, der Schlagzeuger Stefan Hedborg aus Schweden und der isländische Bassist Marti Tärn entführten auf eine Reise, bei der irische, osteuropäische, südamerikanische und indische Musik kombiniert wird mit alpenländlischen Jodlern - eine Reise, die sich über alle Genres und Grenzen hinwegsetzt.

"Ich bin die Claudia aus der Steiermark", stellt sich die Musikerin vor, die vor zehn Jahren als Kindermädchen nach Irland ging, in Pubs bedient und gesungen und später in Indien klassischen Geigenunterricht genommen hat. Irland ist heute ihr Zuhause, sie lebt in einem Haus zusammen mit fünf Frauen.

Ihre Kollegen Stefan und Marti lernte sie vor zwei Jahren in einem Ethno-Camp in Slowenien kennen, seitdem musizieren sie zusammen und haben auch die CD "Amber Sands" aufgenommen. Bei Auftritten in Irland, Österreich, Slowenien und Estland ließen sie mit ihrer ungewöhnlichen Musik aufhorchen.

Das Trio verknüpft traditionelle irische, klassisch indische, schwedische und osteuropäische Musik mit der österreichischen Kunst des Jodelns. Ein Zwiefacher aus Bulgarien mit steirischem Jodler, indische Sitar-ähnliche Geigenmusik, ein fröhliches schwedisches Volksstück oder der Geburtstagswalzer für die Hausgenossin Kathi - alles wird unkonventionell kombiniert, verhalten oder auch temperamentvoll gespielt, gesungen in deutschen oder englischen Texten und immer wieder mit Jodlern gespickt, die seltsamerweise auch mit indischen Geigenklängen harmonieren.

Stefan Hedborg am Schlagzeug und Marti Tärn mit Bass und Keyboard bieten den idealen Background für Claudia Schwab und ihre Kompositionen und Texte, ihre kleinen Geschichten, mit denen sie sich als liebenswerte bodenständige Steirerin darstellt. Der Schwede und der Isländer sind Meister ihrer Instrumente, haben aber auch von ihrer Frontfrau gelernt. Das beweist das Highlight der Zugabe, als die drei gemeinsam mehrstimmig einen "staden" Jodler darbieten.

Da wird es still im Capitol, das mit schummrigem Licht, Kerzen auf den Tischen, dem tiefblauen Sternenvorhang auf der Bühne und den alten Kinoplakaten an den Wänden eine zauberhafte Atmosphäre für einen besonderen Abend bietet. "Die Ingredienzien für die regionale Kultur-Küche eben", wie Georg Leugner-Gradl, der Kultopf-Vorsitzende, sagt.

Furioser AuftrittDer Auftritt im Capitol - eingeschoben zwischen Proben des Schwab-Trios in Österreich und München - kam zustande durch ein anderes "Steirer Madl". Sophie Meier-Rastl vom Vorstand des Vereins Kultopf in ihrer zweiten Heimat in der Oberpfalz kennt Claudia Schwab seit vielen Jahren. Als ebenfalls versierte Musiker nutzten sie und ihr Mann Wastl Meier die Gelegenheit, mit Mini-Geige und Basstrompete als "Special Guests" zusammen mit dem Schwab-Trio einen furiosen Auftritt auf der Bühne hinzulegen. (hka)
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