Die Frage "Was liest Du?" beim Sommerfest des Literatzurhauses beantwortet
Bekenntnisse der Vorständler

Vorsitzender Dr. Heribert Tommek eröffnete mit "Vorstandsprosa!" aus Robert Walsers Feder das Sommerfest des Literaturarchivs. Bilder: aks (2)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
11.07.2016
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Mit einem Sommerfest belohnte das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg seine treuen Weggefährten und präsentierte sich mit einem unterhaltsamen Programm im Innenhof zugleich neuen Gästen, die zu Freunden werden sollten.

Die Frage "Was liest Du" verliert für Bücherfreunde ja nie an Interesse, und so verfolgte das Publikum mit besonderer Spannung, zu welchem Lieblingswerk sich der frisch gewählte Vorstand des Literaturarchivs (Bericht oben) in aller Öffentlichkeit und Kürze bekennt.

Naheliegender Weise eröffnete der im Amt bestätigte Dr. Heribert Tommek die "Vorstandsprosa!" mit dem ersten Kapitel der "Geschwister Tanner" von Robert Walser und ergänzte seine Lesung um Hintergründe, seine persönliche Einschätzung - und ein bisschen Fortsetzung.

Der selbsterklärte Spätberufene in Sachen Literatur, Schatzmeister Markus Hofmann, huldigte der regionalen Literatur-Ikone Eckhard Henscheid und gab eine markante Szene aus "Geht in Ordnung - Sowieso - Genau" zum Besten. Altbürgermeister und Beisitzer Gerd Geismann genoss seinen Auftritt, den er der "frühemanzipierten" Schriftstellerin Marieluise Fleißer widmete. Ihr Hintergrund war ihm wichtig, und so ging er erst nach gut recherchierten Informationen an die eigentliche Lesung aus dem hintersinnigen Werk "Eine Zierde für den Verein".

Schriftführer Ralf Volkert schließlich wagte einen Abstecher vom eigentlich vorgesehen Programm: Philip Roth war ihm bei näherer Betrachtung doch "zu groß für meine kleine Buchhändler-Seele", und auch sein heiß verehrter Literatur-Nobelpreis-Kandidat Bob Dylan erschien nicht ganz massentauglich. Die Wahl fiel daher auf ein wenig "Eigenwerbung" in Form des Büchleins "Lob der guten Buchhandlung oder vom Glück, das zu finden, wonach sie gar nicht gesucht haben" von Mark Forsyth.

Weil zu penetrantes Werbetrommelrühren aber seine Sache doch nicht ist, beließ er es bei den anfänglichen Ausführungen zum Donald-Rumsfeld-Zitat, wonach es "Dinge gibt, von denen wir nicht wissen, dass wir sie nicht wissen". Den Bogen zum dabei behilflichen Buchhandel überließ er der eigenen Lektüre, indem er anschließend sein ausgewähltes Werk an alle verschenkte.
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