Dorian Keilhack nimmt für seinen SRIMF-Auftritt einiges in Kauf
Dirigent legt Nachtschicht ein

Nach den intensiven Probentagen ist das SRIMF-Orchester bestens präpariert für den krönenden Festival-Abschluss heute Abend. Bilder: aks (2)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
13.08.2016
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Ohne Zögern und mit großer Freude am überraschenden Wiedersehen sprang Dorian Keilhack am Pult in der Christuskirche ein.

Der Zufall meint es gut mit den Freunden des Sulzbach-Rosenberg International Music Festivals (SRIMF): Beim Abschlusskonzert heute Abend um 19.30 Uhr in der Christuskirche wartet ein Wiedersehen mit dem im Vorjahr gefeierten Opern-Dirigenten und Pianisten Dorian Keilhack.

Des einen Leid war in diesem Fall des anderen Freud: Krankheitsbedingt musste der eigentliche vorgesehene Dirigent und Geiger Andrzej Grabiec schon sein Engagement bei Misha Quints Inter-Harmony-Festival in der Toskana, das traditionell dem SRIMF vorausgeht, abbrechen.

Glücklicherweise lag die schnelle und perfekte Lösung nahe: Dorian Keilhack war als Dirigent der Opernaufführung in Italien vor Ort und sprang innerhalb von einer halben Stunde ins kalte Wasser der Proben für das Konzertprogramm - kein allzu großes Problem für den "Herzblutmusiker", der auch vor überraschenden Herausforderungen nicht zurückschreckt.

Das detaillierte Einarbeiten in die jeweiligen Partituren blieb Keilhack aber nicht erspart, und so musste er schon die eine oder andere Nachtschicht einlegen. Damit es auch mit dem Dirigat in Sulzbach-Rosenberg klappt, schichtete er zusätzlich seinen dicht bepackten Terminkalender um und verkürzte den eigentlich vorgesehenen Urlaub. Das "schöne Wiedersehen" mit Bekannten und Freunden aus dem Vorjahr belohnt dafür ebenso wie die Begegnung mit den neuen, "tollen Talenten" des aktuellen SRIMF. Mit erfolgreichen Monaten als Dirigent, Kammermusiker und Liedbegleiter zwischen seinen beiden SRIMF-Engagements im Rücken, stürzte sich Dorian Keilhack in den letzten Tagen in die komprimierte Probenarbeit, damit heute alles passt für den krönenden Abschluss des Festivals.

Die Programmauswahl liefert das Ihrige dazu, und so darf sich das Publikum auf die laut Dirigent "erfrischende" und folkloristisch angehauchte Ouvertüre zu Michail Glinkas "Ruslan und Ludmilla" freuen, die für die Ausführenden allerdings einige technische Klippen bereit hält.

Große Fußstapfen


Mit Edward Elgars Cello-Konzert folgt ein "tiefgründiges, leidenschaftliches Bekenntnis", bei dem Solist Misha Quint in die großen und emotionsgeladenen Fußstapfen der Ausnahmecellistin Jacqueline du Pré tritt, die diesem Werk zu seinem unvergleichlichen Ruf verholfen hat.

Der zweite Teil des Abends bildet mit zwei Werken des Finnen Jean Sibelius auch eine musikalische Brücke zur aktuellen Situation in Europa: Da ist zum einen die symphonische Dichtung "Finlandia" mit der heimlichen Nationalhymne, die aus der damals russischen Besetzung des Landes heraus dem Freiheitsgedanken huldigt.

Weg zum Miteinander


Ebenfalls hymnisch angelegt ist Sibelius' 2. Symphonie, in deren Zentrum für Dirigent Keilhack vor allem das Vermittelnde steht: "Der einzige Weg aus der Aggression ist das Miteinander. Und wie könnte das besser gelingen, als beim gemeinsamen Musizieren unterschiedlichster Nationen so wie hier beim SRIMF?"

Zwischen einem Gastspiel als Dirigent in Bogotá (Kolumbien), einer China-Tournee mit seinem Ensemble "Camerata Franconia", einer Opern-Uraufführung im Stadttheater Fürth und seinen weiteren Verpflichtungen als Dozent und Künstler hat Dorian Keilhack übrigens für das SRIMF 2017 schon mal ein Plätzchen im Kalender reserviert.

Karten für das Abschlusskonzert sind im Vorverkauf zum Preis von 17,70 Euro (Abendkasse 19 Euro) bei den Buchhandlungen Volkert und Dorner sowie der Tourist-Information in Sulzbach-Rosenberg sowie bei der Touristinfo und dem Reisebüro im Bahnhof in Amberg erhältlich.
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