El Mago Masin zieht sein Ding durch vom Ende bis zum Anfang der Show
Ernste Worte nur in der Pause

El Mago Masin behandelt Themen, die bewegen. Seine Lieder heißen zum Beispiel "Betrunken gegen Kinder im Tischfußball verlieren" oder "Rauchmelder aus Fernost". Bild: bmr
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
21.05.2016
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Der Künstler betritt die Bühne, sagt "Danke" und "Tschüss". Er hat noch kein einziges Lied gespielt. Mit einem donnernden Applaus und ausdauernden "Zugabe!"-Rufen feiert ihn das begeisterte Publikum: Was ist da los?

Der Eindruck, dass der Herr auf der Bühne und seine Zuhörer im Capitol etwas verwirrt gewesen wären, liegt nahe. Aber er täuscht. Ein Blick auf das Konzertposter bringt Aufklärung: Es handelt sich um El Mago Masins neues Programm "Rolle rückwärts".

Tatsächlich zieht er diese Nummer konsequent bis zum Ende oder - in diesem Fall - bis zum Anfang der Show durch. Dem Publikums gefiel's; es spielte die Rolle rückwärts von Anfang an mit und hatte auch sonst viel Nachsehen mit den skurrilen Humor des Künstlers.

Bier ausgetrunken


So kam es schon mal vor das er den Gästen in der ersten Reihe das Bier austrank. Andere fanden seine Art so sympathisch, das sie spontan seinem Drängen nachgaben und ihn an Ort und Stelle adoptierten. Demnächst zieht El Mago Masin also um zu Roland und Claudia in die Nürnberger Nordstadt.

Vor zehn Jahren wohnte der gebürtige Rother in Sulzbach-Rosenberg und besuchte die Berufsfachschule für Musik. In dieser Zeit legte der Liedermacher das musikalische Fundament für seine witzigen Texte. In feinster Chet-Atkins-Manier spielt er interessante Arpeggios. Akkordzerlegungen geben seinen Liedern das gewisse musikalische Extra.

Dabei behandelt er durchaus auch ernste, bewegende Themen. Die Songs heißen zum Beispiel "Betrunken gegen Kinder im Tischfußball verlieren" oder "Rauchmelder aus Fernost". In "Ich hab meine Seele auf einer Tupperpartie verloren" verarbeitet er eine für ihn persönlich sehr schwere, teils depressive Zeit, als er von 1952 bis 1958 Tupperwarenvertreter war und noch Jahre später an einer "Tupperkulose" litt.

Der Mann mit den fast bis zum Boden reichenden Dreadlocks zählt sich selbst zu einer Splittergruppe der Rastafaris. Im Gegensatz zu den auf Jamaica lebenden echten Rastas, darf er Fleisch essen - aber nur wenn er richtig Bock drauf hat. Alkohol ist auch erlaubt, aber nur so lange es Spaß macht.

Im ganz normalen Leben arbeitet er im Winter als Obstbauer in Südtirol und im Sommer als Skilehrer in Nordtirol. In einem weiteren Nebenjob verdient er sich noch in einer Tierauffangstation direkt neben der A 9 etwas dazu.

Die einzigen ernsthaften Worte von El Mago Masin gab es in der Pause, wenn er sich ganz unkompliziert und ohne jegliche Starallüren mit seinen Fans unterhält. Nach dem Tourkalender des Comedians zu urteilen, scheint er kurz vor dem großen Durchbruch zu sein: Er spielt in allen großen Städten Deutschlands und im Juni auf dem Aida-Kreuzfahrtschiff.
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