Erstes Bayerisches Schulmuseum öffnet nach Brandschaden
In neuer Form auferstehen

Nach dem Brandschaden im November letzten Jahres öffnet das Schulmuseum nach umfassender Renovierung wieder Mitte September. Bilder: Royer (3)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
11.08.2016
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Museumsleiter Herbert Übelacker präsentiert zwei Exponate, die bei der neuen Ausstellung "Anschauungsmittel im Naturkundeunterricht" gezeigt werden.

Die "Zeitreise durch die Geschichte der Schule" endete am 5. November 2015 ganz abrupt. Ein defekter Ölofen sorgte im ersten Stock des Schulmuseums für einen massiven Brandruß-Schaden, der den Betrieb lahmlegte. Jetzt, am Ende der Renovierung, konnte auch die Attraktivität weiter gesteigert werden.

Es war zwar keine klassische Katastrophe, aber für eine vereinsbasierte und auf Spenden angewiesene Einrichtung auch nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: Ruß und Rauch verursachten in jener Novembernacht einen Schaden von insgesamt 120 000 Euro. Teilweise einmalige Ausstellungsobjekte wurden dadurch stark verschmutzt. Monate der Verlustermittlung und der Renovierung schlossen sich an.

Wie der Leiter des Schulmuseums, Rektor Herbert Übelacker, beim Pressetermin informierte, bleibt das das Haus noch bis zum Ende der Sommerferien geschlossen. Danach geht alles wieder seinen gewohnten Lauf mit den Öffnungszeiten. Trotzdem wird nicht alles so sein wie früher. Übelacker ergänzt, dass im Zuge der Renovierung einige Neuerungen für ein noch besseres Erlebnis beim Museumsbesuch sorgen werden.

In den Fokus der Sachverständigen rückten zwei Räume im Obergeschoss, darunter das Zimmer zum Thema "Lehrer-Laufbahn" sowie der Multifunktionsraum. Dort werden künftig neueste museumspädagogische Erkenntnisse einfließen.

Moderne Tafeln


Anhand von modern gestalteten Tafeln werden Ausbildung und Laufbahn von Lehrer Hermann Kühner (1892-1974) - der Großvater des früheren Pestalozzi-Konrektors Helmut Münch - nachgezeichnet. Ein zweiter Teilaspekt widmet sich der sozialen Stellung von Lehrern in früheren Zeiten unter dem Titel "Vom armen Dorfschulmeisterlein".

Im Multifunktionsraum, der auch für größere Veranstaltungen oder Vorträge genutzt werden kann, hält eine neue Ausstellung Einzug, die sich um Anschauungsmittel im Naturkundeunterricht drehen wird. Erst kürzlich zum Bestand hinzugekommene historische Schautafeln und -bilder sowie Tierpräparate werden hier den Besuchern geboten. Weiteres Thema ist dort die "Geschichte der Pädagogik". "Wir wollen in diesem Raum viele wechselnde Ausstellungen, um den mehrfachen Besuch im Schulmuseum möglich zu machen", erklärt Herbert Übelacker die Grundüberlegung.

Der Rektor der Mittel- und Grundschule Neukirchen-Königstein blickt optimistisch in die Zukunft und wünscht sich, dass weiterhin viele für das Schulmuseum in Frage kommenden Exponate gemeldet werden. Außerdem würden große Zimmerpflanzen für die hohen Räume benötigt. Wer sich von solchem "Bewuchs" trennen möchte, darf sie gerne als Spende an die Einrichtung abgeben.

Worte des Dankes


"Wir wollen in neuer Form auferstehen", so Übelacker, der abschließend Dankesworte an die Stadt Sulzbach-Rosenberg sowie an den Förder- und Trägerverein richtete, die sich um den laufenden Unterhalt des Schulmuseums kümmern.

HintergrundSeit 1979 ist das ehemalige Schlößlschulhaus Sitz des "Ersten Bayerischen Schulmuseums". Es hat eine lange Geschichte als Schulhaus hinter sich und befindet sich im Stadtteil Rosenberg, direkt neben dem ehemaligen Schlösschen "Franziskaruh", von dem es auch seinen Namen hat, informiert der Internet-Auftritt des Museums.

In drei Bauabschnitten erhielt es seine heutige Form: 1896 wurde der Ostteil als evangelisches Schulhaus mit zwei Schulsälen und einer Hilfslehrerwohnung erbaut. Bis 1978 diente die alte Schlößlschule als Schulgebäude, zuletzt der Rosenberger Grundschule. Ab 1979 wurde dieses alte Haus mit seinen 13 Räumen, den vielen Fluren und Hausgängen, als Schulmuseum eingerichtet und am 19. März 1981 eröffnet. Durch den Ausbau der ehemaligen Lehrerwohnung im 2. Stock konnten zusätzlich ein Raum für Sonderausstellungen und Räume für das umfangreiche Bücherarchiv gewonnen werden. Unterhalb des Schulhauses befindet sich im ehemaligen Lehrergarten ein eigens angelegter Schul- und Lehrgarten mit über 80 heimische Nutz- und Zierpflanzen.

Kontakt: Erstes Bayerisches Schulmuseum, Schloßbergweg 10a; 09661/75 33; E-Mail: info@schulmuseum.org; Homepage: www.schulmuseum.org. (oy)
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