Faschingsgesellschaft Knappnesia in der heißen Phase
Daneben und doch bejubelt

Das Männerballett der Faschingsgesellschaft Knappnesia ist aus dem Repertoire der Narrenzunft seit vielen Jahren nicht wegzudenken. Auch diese Gruppe steht zurzeit mit dem aktuellen Programm "Zapping" nicht für Larifari, sondern für Trainingseifer und überlegte Choreographie. Bilder: hfz (2)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
19.01.2016
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Elferrat und Hofdamen etwa nur als "Gaudi-Truppe" zu bezeichnen, wäre weit gefehlt. Bei diesen Frauen und Männern laufen viele organisatorische Fäden zusammen, um das Narrenschiff immer richtig auf Kurs zu halten.

Showtime ist die eine Seite. Hier stehen Glanz und Grazie, Akrobatik und Können im Mittelpunkt. Der Beifall als Lohn ist aber meist hart erarbeitet. Bei der Faschingsgesellschaft Knappnesia (FGK) müssen deshalb viele Räder ineinandergreifen, um das Spaß-Karussell bis zum Fischzug stets am Laufen zu halten.

Im Gespräch mit Funktionären der närrischen Gemeinschaft wollte die SRZ erfahren, welche Beweggründe in Frage kommen, beim "bunten Volk" mitzumischen. Andererseits beeindruckt wie immer das enorme Pensum, das die Knappnesianer in jeder Session aufs Neue absolvieren.

Für Hofdame Monika Meiler steht ganz klar der familiäre Charakter der FGK im Vordergrund. "Man fühlt sich einfach geborgen. Altersmäßig ist alles dabei, von den Kleinen der Kindergarde bis zu den schon etwas Reiferen von Elferrat, Hofdamen und Ehrenpräsident." Zudem verweist sie auf die Möglichkeit für junge und jung gebliebene Tänzerinnen und Tänzer, im Fasching das hart und mit viel Schweiß und Tränen Einstudierte zu zeigen.

Tanzgarden im Fokus


Vizepräsident Michael "Efendi" Gradl erinnert auch ans Männerballett, das immer wieder für Lachsalven beim Publikum sorgt. "Unsere Tanzgruppen und -garden werden von den Trainerinnen Heike Richthammer und Daniela Merkl bestens betreut und auf die Auftritte vorbereitet". Und er bringt noch die Faschingszüge ins Spiel, "wo man sich total daneben benehmen kann und doch von Menschen bejubelt wird".

Auch Tanja Richthammer - bei ihr liefen 2015 als Vizepräsidentin die Fäden beim Management des Ostbayerischen Faschingszuges zusammen - gilt als begeisterte Närrin. Sie wirbt für verschiedene Ämter in der mehr als 300 Mitglieder zählenden FGK. "Jeder kann auf Anfrage einen Titel erwerben, wir haben Präsident, Vize, Oberhofschneiderin, Marschall oder Hofnarr im Angebot. Und der Kellermeisterin liegt sowieso jeder Mann zu Füßen."

Wer es noch nicht wusste, bei der Knappnesia spielt nach Angaben von Präsident Christian Kellner sogar eine Beerdigung eine Rolle - die lustige Gesellschaft erschießt am Faschingsdienstag im Capitol den Prinzen. Unter vielen Krokodilstränen wird eine Trauerrede auf den Verstorbenen gehalten. "Bei diesem Brauch handelt es sich um ein kulturelles Alleinstellungsmerkmal im weiten Umkreis", weiß Kellner.

Und überall sind die 73 Aktiven - auch beim Fischzug am Aschermittwoch - mit von der Partie. "Wir bieten einer großen Gemeinschaft eine gute Heimat. Unsere Mitglieder fühlen sich wohl, was sich in den großen Erfolgen der Events widerspiegelt", resümiert der Präsident.

Drei Fragen an den FGK-PräsidentenSRZ: Herr Kellner, der Fasching läuft auf Hochtouren. Bleibt noch Zeit zum Durchschnaufen?

Christian Kellner: Gut, natürlich ist es etwas stressig, aber wir sind bei unseren 40 Auftritten mit viel Eifer dabei. Am Samstag war Kinderfasching, jetzt folgt am 23. Januar der Senioren- und Behindertenfasching. Absoluter Höhepunkt ist am 6. Februar die Prunksitzung. Rosenmontagsparty, Kehraus und Fischzug beenden hier die Session.

Sie sagten "hier" - hat die FG Knappnesia auch weiter weg Auftritte zu absolvieren?

Kellner: Ja, der absolute Kracher wird für uns sicher der dreitägige Besuch im rheinischen Karneval sein. Die Narrenzunft Pumpe-Stich Eschweiler, mit der wir seit 30 Jahren befreundet sind, feiert ihr 80-jähriges Bestehen. Wir bestreiten dort zwei Auftritte und wirken beim drittgrößten Faschingszug in Deutschland mit.

Gibt es für Sie ein Leben neben dem Fasching?

Kellner: Die Knappnesia ist ein fester gesellschaftlicher Teil in der Herzogstadt, was wir beim Vereinsheimfest, Altstadtfest und bei der Rosenberger Kirwa mit unserem Angebot immer wieder unter Beweis stellen. Und die Ehrensenatoren bilden ein weiteres Bindeglied in alle öffentlichen Bereiche. (oy)
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