Hans Regensburger liest aus seinem ersten Kriminalroman „Krähentisch“
Ermittler mit Bratwurstfaible

Hans Regensburger, gelernter Metzger und Landwirt, schwingt seit über 40 Jahren die Feder. In der Musikkneipe Gestern las er aus seinem Kriminalroman "Krähentisch". Bild: rlö
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
19.04.2017
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Literatur in der Musikkneipe Gestern in Rosenberg? Einen Versuch sollte es wert sein, meinten der Kneipenwirt Rainer Reichl, die Redaktion vom Rosenbladl und die Interessengemeinschaft Freunde Rosenbergs.

Gemeinsam luden sie zu einer Lesung mit dem oberpfälzischen Lyriker und Romanschreiber Hans Regensburger ein. Sie alle und auch der Autor selbst waren angenehm überrascht vom Echo: Mehr als drei Dutzend Buch- und Krimifreunde hatten sich versammelt im ehemaligen MH-Zentralbüro. Krimikost war angesagt, Hans Regensburger las Passagen aus seinem 2015 erschienenen ersten Kriminalroman "Krähentisch".

Erzählen, um zu unterhalten - so erklärt der Schriftsteller, was ihn umtreibt, was ihn seit 45 Jahren die Feder führen lässt. Ohne Schreiben könne er sich sein Leben nicht mehr vorstellen, meinte der Nachfahre von Bauern und Gastwirten aus Mörsdorf bei Freystadt im Raum Neumarkt, als er seine bisher erschienenen Bücher und Lyrikbände auf einem Büchertisch im Gestern auslegte. Da fand sich beispielsweise "Parzivals Wiedergeburt", ein "Entwicklungsroman", die Familiengeschichte "Sophie Laura" oder "Margueritas Liebe", ein Epos rund um den ebenfalls in der Oberpfalz gebürtigen Barock-Komponisten Christoph Willibald Gluck und das unglückliche Liebesleben der Köchin Marguerita. 101 & mehr Gedichte tragen den Sammeltitel "AufwindeWindeAufaufwinde". Und dann wäre da noch der Herr Kommissar Frieser ... und der hat es nicht leicht, wenn man Hans Regensburger so zuhört.

Im Oberpfälzer Jura überschlagen sich die Ereignisse. Unfall oder Mord? Knifflige Frage in einem provinziellen Dunstkreis, in dem Liebe und Hass, Phlegma und Leidenschaft, Güte und Mordlust schier unentwirrbar ineinander wabern. Für Frieser (einen Vornamen soll der Kriminaler im angekündigten Fortsetzungsroman auch noch erhalten) beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Der Krähentisch, ein geheimnisumwittertes Felsplateau nahe der Burgruine Wolfstein, rückt in den Brennpunkt des Geschehens.

Verbrechen und Bluttat in einem so gemütlichen Umfeld mit Dorfidylle, Fußballverein und unbeschreiblich wohlschmeckenden sauren Bratwürsten, denen der Herr Kommissar unrettbar verfallen ist - kann es so was überhaupt geben? Aber ja, spätestens seit "EAV" wissen wir doch: Das Böse ist immer und überall! Einziger Trost: Kommissar Frieser ermittelt weiter. Das bedeutet, messerscharf kombiniert: Hans Regensburger schreibt weiter.
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