Hundekadaver aus Vilseck gibt Rätsel auf
Entsetzen über Hund ohne Fell

Der tote Hund lag in einem Graben. Zuerst hatte es geheißen, er sei "professionell gehäutet" worden. Das Fell fehlte tatsächlich, die Haut war aber noch vorhanden. Bild: hfz
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
08.04.2015
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Mitleid, Wut, Entsetzen, Hilflosigkeit - breit ist die Palette der Gefühle, die der Fund eines toten Hundes in einem Straßengraben zwischen Schlicht und Kagerhof (Stadt Vilseck) ausgelöst hat. Das Erschreckende und Aufwühlende daran: Das Tier hatte kein Fell mehr.

Dem Hund sei das Fell abgezogen worden, lautete die Information, die die Auerbacher Polizei bei der Meldung des Fundes am Samstagabend bekam. Eine 20-Jährige aus Vilseck, die mit ihren Eltern einen Spaziergang unternahm, hatte das tote Tier entdeckt und die Polizei verständigt. "Ich habe selbst drei Hunde, die dürfen jetzt nicht mehr alleine raus", sagt sie über den Eindruck, den der haarlose Kadaver bei ihr hinterlassen hat.

Begleiterscheinung der Verwesung?

Laut Polizei holte ein Mitarbeiter der Stadt Vilseck den Tierkörper am Sonntag ab. Er informierte die Dienststelle, dass der Hund in dem zeitweise gefluteten Graben wohl schon längere Zeit im Wasser gelegen habe, wodurch sich die Haare abgelöst hätten, quasi als Begleiterscheinung der Verwesung. Für die Polizei galt der Fall damit als erledigt, als wohl entlaufener Hund ohne Marke, der eventuell dort auf der Straße totgefahren worden war.

Nicht aufgedunsen

"Das Tier war aber nicht aufgedunsen", hat die 20-Jährige, die den toten Hund gefunden hat, Zweifel an dieser Theorie. Und auch die Vilsecker Tierärztin Dr. Birgit Weigl, die sich die Überreste des Hundes angeschaut hat, glaubt das nicht: "Der war sicher nicht längere Zeit im Wasser." Die Geschichte, die Birgit Weigl erzählt, bringt weitere Details ans Tageslicht. So sei die Tierleiche bereits am Donnerstagmorgen entdeckt und der Polizei gemeldet worden. Am Nachmittag dann noch einmal, wobei sich die Hautfarbe inzwischen von rosa zu braun gewandelt hatte.

Mit kochendem Wasser

Für die Veterinärin ist das ein Hinweis darauf, wie das Fell verschwunden ist: "Der Hund ist sicherlich gebrüht worden. Die Haut ist noch drauf, aber die Haare sind runter, das geht nur mit kochend heißem Wasser." Und zwar sei die ganze Behaarung verschwunden, selbst in den Ohren, ebenso die Pigmente an der Nasenspitze. Lediglich an den Pfoten hätten sich noch Haare gefunden, was darauf schließen lasse, dass der Hund an den Füßen hängend ins kochende Wasser getaucht wurde. Wie und wann das geschehen sei, könne sie aber - selbst nach Rücksprache mit der Tierpathologie - nicht sagen. "Ich kann nur hoffen, dass er dabei bereits tot war."

Größe eines Pischers

Die Untersuchung von Birgit Weigl ergab, dass es sich um ein männliches Tier handelte, etwa vier bis acht Jahre alt, mit einem Stockmaß von 30 bis 35 Zentimeter. Das Fell sei schwarz-braun-meliert gewesen, so ähnlich wie bei einem Berner Sennenhund. Die Größe entspreche aber eher einem Pinscher. Einen Chip oder eine Tätowierung hatte der Hund nicht. Weigl hofft, dass sich mit dieser Beschreibung herausfinden lässt, wo ein solcher Hund verschwunden ist.

Prämie für Hinweise?

Dass der Täter rasch gefunden wird, ist auch der Wunsch von Sabine Falk, der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Amberg-Sulzbach (Link zur Facebook-Seite). Das von Mitgliedern über Facebook propagierte Spendenkonto, mit dem man Geld sammeln will, das als Prämie für Hinweise ausgesetzt wird, die zur Ergreifung des Täters führen, könne der Tierschutzverein aber nicht sofort einrichten, sagt Falk.

Was passiert mit den Spenden?

Vorher sei zu klären, was man mit den eingehenden zweckgebundenen Spenden mache, wenn der Täter nicht gefunden werde. "Wir werden das Konto einrichten, wenn es gewünscht wird, aber wir brauchen dabei auch einen wasserdichten Passus, wofür wir es andernfalls verwenden", gibt Falk zu bedenken. "Ich will mich da nicht aus der Verantwortung stehlen, aber es soll auch kein Schnellschuss werden. Wir müssen überlegen, wie man es am besten macht."
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