Im Geburtsort der Medizin

Das Team vom Apothekenmuseum, Pharmazie-Historikerin Andrea Grotzke, Papierrestaurator Dominik Stemp, Museumsgründer Dr. Markus Lommer, Papierrestaurator Alfred Stemp und Apothekenhelferin Lydia Rösch (von links) hängt das Zoigl auf. Bild: cog
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
29.09.2015
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Hoch oben auf der Leiter stehen Dr. Markus Lommer und der Papierrestaurator Alfred Stemp. Sie bringen am Haus Luitpoldplatz 6 das Zoigl-Schild an, das auf das neue Museum "Alte Hof-Apotheke" hinweist. Die Arbeiten an diesem künftigen Anziehungspunkt in der Altstadt befinden sich kurz vor dem Abschluss.

Hustensaft, wohltuende Kräutertees und Salben: Was heute komplett aus der Fabrik kommt, wurde früher nach dem Rezept des Arztes in der Apotheke angefertigt. Am 9. Oktober öffnet das Museum "Alte Hof-Apotheke", in dem man erleben kann, wie in alten Zeiten die Medikamente hergestellt wurden.

Die Möbel und Vitrinen in den Museumsräumen im Hinterhaus sind fertig eingeräumt, die Geräte stehen bereit. Derzeit arbeitet die Pharmazie-Historikerin Andrea Grotzke an den Erläuterungsschildern. "Wir wollen die Besucher nicht mit Informationen erschlagen", erläutert die Fachfrau, "deshalb sind die Beschreibungen möglichst knapp, aber aussagekräftig."

Im Hausflur sind Alfred und Dominik Stemp tätig. Die beiden Papierrestauratoren aus Eichenau bei Fürstenfeldbruck bestücken die Vitrinen, in denen Exponate aus dem Privatbereich der Apothekerfamilie Schießl und ihrer Vorgänger sowie Funde zur Baugeschichte des Gebäudes ausgestellt werden.

Hier haben auch die pharmazeutisch-medizinischen Bücher ihren Platz. "In Sulzbach wurde Fachliteratur für Ärzte gedruckt", berichtete Dr. Lommer und präsentierte ein Buch, das 1702 bei Abraham Lichtenthaler erschien: "Der barmherzige Samariter". Aus diesem Werk stammt die Darstellung einer Apotheke, die der Heimatpfleger als Logo für das Museum ausgewählt hat.

Die Restauratoren richten Stützen her, damit die wertvollen historischen Bücher keinen Schaden nehmen, schneiden Passepartouts für Urkunden zurecht und bauen auch Halterungen für die anderen Exponate. Grotzke erklärte, dass die Instrumente richtig positioniert werden müssen, damit deren Skalen gut lesbar sind: "Wenn es gut steht, erklärt sich vieles von selbst."

Hilfe von vielen Seiten

Sehr dankbar ist Dr. Lommer auch für die Unterstützung, die ihm Lydia Rösch und Helma Koch geben. Rösch, die in der Hof-Apotheke den Beruf der Apothekenhelferin gelernt hat, arbeitete hier von 1968 bis 1981. Sie hat die Ausstellung mitgestaltet. Die Apothekerin Helma Koch stand dem Museumsgründer nicht nur mit ihrer großen Fachkompetenz und fachlichem Rat zur Seite, sie hat auch die restauratorische Reinigung der Geräte übernommen.

Jetzt ist das Museum fast vollendet. Ein engagiertes Team erledigt die letzten Arbeiten, und der informative Flyer ist gerade eben aus der Druckerei gekommen. "Hier wird ein Stück Stadt- und Apothekengeschichte erlebbar!" - Dr. Lommer ist voller Erwartung. "Das Museum freut sich auf viele Besucher."
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