Jahreskonzert der Flötenladies in der Sing- und Musikschule
Bunte, lebendige Bilder

Die Flötenladies mit ihrer Leiterin Ulrike Dziwinski (Dritte von rechts) präsentierten kunstvoll alte und neue Blockflötenmusik. Bild: cog
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
26.01.2016
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Heiterkeit, Licht, Wärme und alle Klangfarben der Blockflöte präsentierten die Flötenladies in ihrem Jahreskonzert. Damit setzten sie im Saal der Städtischen Sing- und Musikschule einen leuchtenden Kontrapunkt zum grauen Matschwetter draußen.

Es war ein sehr vielfältiges Programm, das die Flötenladies mitgebracht hatten. Ein Schwerpunkt lag auf der Barockmusik, schließlich war die Blockflöte vor der Erfindung der Querflöte die Flöte schlechthin. Eine "Sonatella" von Antonio Bartali, eine "Pavane" von John Dowland und ein "Concerto" von Georg Friedrich Händel zeigten die Wertschätzung früherer Zeit für die Blockflöte. Reizvoll war Henry Purcells "Abdelazer Suite". Viele solistische Passagen ließen den Klang gerade der Tenor- und der Bassflöten schön zur Geltung kommen.

Sieben kurze Sätze


Seit dem 20. Jahrhundert ist die Blockflöte wieder als anspruchsvolles Konzertinstrument anerkannt, und es entstanden neue Kompositionen. So schrieb Allan Rosenheck "Memories". Daraus spielten die begabten Damen sieben kurze Sätze. Sehr schön die rhythmische Vielfalt, die von Rag über Marsch und Tango bis zum Walzer reichte. Das war bunt und lebendig, und die Flötenladies spielten mit ansteckender Freude. Ulrike Dziwinski war eine motivierende Dirigentin, die auch immer wieder selbst mitspielte.

Großartig ihr Soloauftritt.Auf der Sopranflöte spielte sie das "Adagio" aus der "Sonate brillante" von Anton Heberle. Sie ergötzte sich an den enormen technischen Anforderungen, genoss die technischen Finessen und brachte das hochvirtuose Stück zum Funkeln.

Wie ein roter Faden zogen sich "Zehn Miniaturen für vier Flöten" von Camillo Wanausek durch das Programm. Sieben von den kurzen Stücken waren in das Konzert eingestreut. Der Wiener Komponist absolvierte die Meisterschule der Musikakademie, war Soloflötist bei den Wiener Symphonikern und lehrte im Konservatorium. Vielleicht hat ihn aber seine Tätigkeit als Kinomusiker besonders geprägt.

Fremdartige Harmonien


Jedenfalls waren seine "Miniaturen" bunte, lebendige Bilder. Das "Intermezzo Orientale" mit seinen fremdartigen Harmonien malte eine Karawane, die mit gleichmäßigem Schritt durch die Wüste zog, dann aber einen quirligen Basar erreichte.

Die "Chinesische Spieluhr" entführte die Zuhörer in das ferne Reich der Mitte mit edlen Seiden und weißgepuderten Gesichtern, die Wanausek mit Tönen malte. Das Publikum dankte den Musikerinnen mit kräftigem Applaus.
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