Jaroslav Rudiš liest am Mittwoch im Literaturhaus aus Roman „Nationalstraße“
Als Jungs heimlich Krieg gespielt

Im Literaturhaus liest Jaroslav Rudis am Mittwoch aus seinem Roman "Nationalstraße". Bild: Jan Rasch/hfz
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
12.04.2016
9
0

Jaroslav Rudis liest am Mittwoch, 13. April, im Literaturhaus Oberpfalz in Sulzbach-Rosenberg aus seinem Roman "Nationalstraße". Den um 19.30 Uhr beginnenden Leseabend moderiert Patricia Preuß, Programmleiterin im Literaturhaus Oberpfalz.

Gekonnt, so heißt es in der Ankündigung dazu, schlüpfe Rudis in seinem Buch in Kopf und Körper eines Schlägers und lasse ihn seine Geschichte in Form eines Monologs erzählen.

Ein Vorstadt-Held


Demnach war Vandam als junger Polizist dabei, als in der Prager Altstadt auf der Nationalstraße die samtene Revolution begann - ein Vorstadt-Held oben in der Plattenbausiedlung des neuen Prag. Dort haben sie als kleine Jungs heimlich Krieg gespielt, dort hat Vandam nach seinem Vater gesucht, wenn der wieder einmal angedroht hatte, er würde sich erhängen, bis er am Ende doch übers Balkongeländer sprang.

Aus Polizeidienst


25 Jahre später wohnt Vandam immer noch dort. Längst gehört er zu den Verlierern: Wegen Gewaltexzessen aus dem Polizeidienst entfernt, prügelt er sich als einsamer Schläger durch Tage und Nächte und hebt im Fußballstadion regelmäßig die rechte Hand zum Hitlergruß. "Ich bin ein Römer. Kein Nazi. Warum sollte man in Europa nicht mit dem römischen Gruß grüßen dürfen? Ich bin ein Europäer. Ihr etwa nicht?"

Rudis, Autor von Romanen, Hörspielen und Theaterstücken, wurde 1972 in Nordböhmen geboren. Zuletzt erschienen seine Romane "Die Stille in Prag" und "Das Ende des Punks in Helskini". Er ist Mitbegründer der Kafka-Band. Der Eintritt kostet sieben, ermäßigt fünf Euro. Reservierung unter 09661/81 59 59-0, info@literaturarchiv.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.