Künstler Hans Wuttig lässt auch im Alter nicht locker
Keine Rast auf Lorbeeren

Zur Freude aller Kunstliebhaber hat sich Hans Wuttig nicht aufs Altenteil zurückgezogen, sondern arbeitet weiter. Bild: cog
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
12.07.2016
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Was macht ein Rentner, der auf ein enormes Lebenswerk zurückschauen kann, der Träger des Bundesverdienstkreuzes, der Ehrenbürger und Kulturpreisträger seiner Stadt ist? Er ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern arbeitet weiter.

Beim Altstadtfest konnte man seine Werke bewundern, aber Hans Wuttig, wohl der bekannteste Künstler in weitem Umkreis von Sulzbach-Rosenberg, hat heuer noch drei weitere, ganz unterschiedliche Ausstellungen.

Schon seit 12. Juni läuft in Neudrossenfeld die Ausstellung der 19. Oberfränkischen Malertage, deren Gründungsmitglied Wuttig ist. Er präsentiert im Bräuwerck-Saal, im Museum und im Rathaus zusammen mit elf anderen Künstlern die Ergebnisse einer viertägigen Klausur in dem freundlichen Ort am Roten Main. Die Künstler haben dort gelebt und gearbeitet: "Es ist ein Erlebnis, sich mit Geschichte und Kultur eines Ortes zu beschäftigen und ihn kennenzulernen", blickte Wuttig zurück.

Ihm liegt daran, nicht unbedingt die Schokoladenseiten eines Ortes darzustellen, sondern Reste von Bauwerken, die einst Bedeutung hatten. Deshalb haben es ihm besonders die ehemalige Brauerei aus dem 17. Jahrhundert und die Tanzlinde in Langenstadt angetan. Insgesamt 13 Bilder zeigt er. Die Ausstellung in Neudrossenfeld läuft bis zum 31. Juli.

Seit Sonntag, 3. Juli, läuft auf der Plassenburg über Kulmbach die 87. Jahresausstellung des Bundes Fränkischer Künstler. Hier wird Wuttig mit einer Sonderausstellung geehrt, weil er seit 60 Jahren alljährlich beim Bund Fränkischer Künstler ausstellt. Seit 1957 ist er in dieser Vereinigung aktiv, war mehrmals 2. Vorsitzender und Mitglied der Jury.

Von Studienreisen


"Ich versuche, einen Überblick über 60 Jahre künstlerischer Arbeit zu geben", erläuterte der Maler, aber sein OEuvre ist so umfangreich und vielfältig, dass es wohl nicht möglich ist. Unter den 32 ausgestellten Bilder sind einige Ansichten aus Sulzbach-Rosenberg, von seinen Studienreisen und überwiegend aus dem Frankenwald. Hauptsächlich sind es Aquarelle, aber auch Gemälde in Acryl und Öl. Die neuesten Arbeiten sind vor allem in Hinterglastechnik gestaltet. Hier hat er aktuelle Themen wie das Atomunglück von Fukushima und die Zerstörung Palmyras durch den IS aufgegriffen.

Mit frischen Brezen


"Wenn ich am Sonntag zur Vernissage nach Kulmbach fahre, nehme ich frische Sulzbacher Brezen von der Bäckerei Aures mit", verriet der Künstler verschmitzt: "Das mache ich immer, denn die kommen dort sehr gut an!" Die Jahresausstellung des Bundes Fränkischer Künstler endet am 3. September.

Die dritte Wuttig-Ausstellung ist Teil des Rahmenprogramms der Bayerisch-Tschechischen Landesausstellung über Karl IV. In der ehemaligen Sulzbacher Synagoge wird Wuttig vom 20. Oktober bis zum 5. März 2017 Bilder von Judenfriedhöfen an der Goldenen Straße präsentieren. Von Prag bis Nürnberg hat der Künstler jüdische Friedhöfe besucht. Vor allem den Sulzbacher Judenfriedhof hat er oft gemalt und Veränderungen dokumentiert. Denn so idyllisch er sich heute präsentiert, war er lange von einer Schutthalde in unmittelbarer Nachbarschaft bedroht.
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