Kulturpreis für Dr. Adolf Rank
Ganz wie ein Kriminaler

Laudator Dekan Karlhermann Schötz (links) und Bürgermeister Michael Göth (rechts) gratulierten Dr. Adolf Rank (Mitte), dem Kulturpreisträger der Stadt Sulzbach-Rosenberg. Bild: cog
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
20.11.2016
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"Die Stadt Sulzbach-Rosenberg verleiht Dr. Adolf Rank aufgrund seines außergewöhnlichen Engagements zur Erforschung der Geschichte der Stadt Sulzbach-Rosenberg sowie der Betreuung und Sicherung wertvoller historischer Schriften den Kulturpreis 2016."

Das ist der Wortlaut der Urkunde, die Bürgermeister Michael Göth in einer Festsitzung des Stadtrats vorlas. Das Gremium hatte einstimmig beschlossen, heuer Dr. Adolf Rank mit dem Kulturpreis der Stadt auszuzeichnen. Das Stadtoberhaupt überreichte Dr. Rank die Urkunde, eine Gedenkmünze und einen Geldpreis. In seiner Ansprache hob Göth besonders hervor, dass Dr. Rank neben vielen weiteren Veröffentlichungen auch an zahlreichen Bänden der Schriftenreihe des Stadtmuseums und Stadtarchivs mitgewirkt hat.

Die Laudatio hielt Dekan Karlhermann Schötz. Er zeichnete den ungewöhnlichen Lebensweg des Kulturpreisträgers nach. Adolf Hans Max Rank, geboren 1936 in Bad Reichenhall, studierte Eisenhüttenkunde in Duisburg und arbeitete danach als Diplomingenieur im Walzwerk der Eisenwerk Nürnberg AG. Ab 1962 war er als Abteilungsleiter und Oberingenieur in der Qualitätsstelle der Maxhütte tätig. 1990 schied er auf eigenen Wunsch im Rahmen eines Sozialplans aus der Maxhütte aus und begann ein Theologiestudium in Erlangen. Nach dem Examen als Magister der Theologie promovierte er zum Doktor der Kirchengeschichte. Seit 1994 ist Dr. Rank im Dekanat und im Pfarramt Christuskirche ehrenamtlich tätig: "Sein im Studium erworbenes Wissen und seine Kompetenz stellt er gerne in den Dienst der Allgemeinheit."

Mehrere Archive


Dr. Rank übernahm die Betreuung des reichen Kirchenbucharchivs und der umfangreichen Kapitelsbibliothek, half bei wissenschaftlichen Arbeiten von Studenten, beantwortet wissenschaftliche Anfragen, erarbeitet Ausstellungen, Beiträge zu Festschriften und Büchern. Außerdem hält er Vorträge und kümmert sich um mehrere Archive.

"Dr. Adolf Rank ist bei alledem mehr als ein Lokal- oder Regionalhistoriker", stellte der Laudator fest. Er habe sich in der Landkreispartnerschaft mit Maintenon engagiert, sei Dekanatsbeauftragter für Weltanschauungsfragen und Beauftragter des Dekanats für die Partnerschaft mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche Brasiliens gewesen. Derzeit arbeitet er an einer Deutung der Sulzbach-Rosenberger Straßennamen.

Dr. Rank, fasste der Dekan zusammen, sei "ein Mensch mit Altersweisheit und Humor, der seine Gaben und Interessen in den Dienst des Gemeinwesens gestellt hat und stellt, und das ohne großes Aufhebens."

Der Geehrte war sichtlich gerührt, als er für die Auszeichnung dankte: "Ich hätte nie mit einer solchen Ehre gerechnet." Ein Historiker sei wie ein Kriminalbeamter, der Spuren sucht und sie wie ein Puzzle zusammensetzt. Entscheidend sei aber, aus der Geschichte zu lernen. Ein Beispiel hierfür sei die Ökumene. Der Kulturpreisträger dankte seiner Frau Ingeborg, die ihn immer voll unterstützt, Dekan Schötz für die offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit, Wilhelm Baumgärtner, der ihm das katholische Pfarrarchiv zur Benutzung geöffnet habe, Bürgermeister Göth und dem Stadtrat für die Ehrung. Der Preisträger schloss: "Hoffentlich kann ich weiterhin den Verpflichtungen, die diese Auszeichnung mit sich bringt, gerecht werden." Die Stadträte, Freunde, Verwandte, andere Weggefährten und Kulturpreisträger früherer Jahre gratulierten Dr. Rank zu der Auszeichnung.

MusikMusikalisch wurde die Festsitzung von Verena Vogt an der Blockflöte und Dr. Markus Lommer am Orgelpositiv mit heiteren und festlichen Weisen gestaltet.
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