Kunstausstellung im Landkreis-Kulturzentrum
Mit einem Lächeln im Gesicht

Bunt und phantasievoll hat Irma Walter die Welt dargestellt. Bilder: hka (2)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
02.11.2016
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Leere Fischdosen, Putzschwämme, Kronkorken oder verbeulte Alu-Teller - für die meisten Menschen ist dies Müll. Andere geben den Dingen ein zweites Leben, machen daraus Kunst. Nicht alle Objekte in der neuen Ausstellung im LCC haben diesen skurrilen Charme, es sind auch sehr ernsthafte Arbeiten zu sehen.

Hans Wuttig, dienstältester Künstler und Kulturpreisträger, muss es wissen. Von den vielen Ausstellungen, die er seit Jahrzehnten in der Stadt mitgestaltet und miterlebt, nennt er diese jüngste die ungewöhnlichste.

Das sieht auch Nora Matocza so, die die Künstler und ihre Werke vorstellt: Karlheinz Rainer, Reiner Zitta und posthum die vor zwei Jahren verstorbene Irma Walter. "Ganz viele Leute gehen mit einem Lächeln im Gesicht herum", stellt die VHS-Kursleiterin fest, weil die Ausstellung so großen Spaß mache. Karlheinz Rainer aus Kleinmeinfeld im Nürnberger Land nennt Matocza einen nachdenklichen Künstler, der beobachtet, hinterfragt und ungewöhnliche Ideen entwickelt. Er arbeitet mit verschiedenen Materialien und Techniken, experimentiert mit Farben wie dem raren Indischgelb und weiß zu jedem seiner Bilder eine Geschichte. Seine handtellergroßen Einzelbilder sind für ihn eine "Fokussierung der Seele".

Zauber der Objekte


Ganz anders beschreibt sie Rainer Zitta, der abgeschieden in der Nähe von Altdorf lebt. "In einem märchenhaften Haus", schwärmt sie, "mit einer Fülle von Objekten, deren Zauber man sich nicht entziehen kann". Eine Auswahl dieser Gegenstände hat Zitta mitgebracht, skurrile plastische Arbeiten, in denen Spott und Ironie, aber auch Trauer oder uralte Riten ausgedrückt werden.

Die Dritte im Bunde, Irma Walter, ist vielen Rosenbergern bekannt als Allround-Künstlerin, die nicht nur malte, sondern strickte, häkelte, stickte, nähte und vieles mehr. Auf Flaschen und Bretter malte sie witzige Alltagssituationen, schrieb lustige Sprüche dazu, gestaltete farbenfrohe Patchwork-Motive und Laubsägearbeiten. 96-jährig ist die phantasievolle Autodidaktin gestorben, ihre Tochter Marion war maßgeblich am Zustandekommen der Ausstellung beteiligt.

Ungewöhnlich wie die Ausstellung insgesamt ist bei der Vernissage auch die musikalische Begleitung durch Obi Barthmann mit seinem Banjo.

EröffnungSaskia, eines von acht Enkelkindern Irma Walters, hatte die Ehre, die Ausstellung im LCC zu eröffnen. Bemerkenswert dabei: Sie trug ein dunkles Kleid, das ihre Großmutter in den 70er Jahren bunt bestickt hatte und das bei einem Burda-Wettbewerb den zweiten Preis errang. (hka)
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