Landkreis würdigt Zusammenklang in Lockenricht
Tradition bei Wirtshaus und Musik

Die "Stammkapelle" im Wirtshaus in voller Aktion. Bilder: fm (2)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
23.05.2016
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Ehrung der Wirtsleute mit (von links) stellvertretender Landrätin Brigitte Bachmann, Erika, Daniel und Christian Bär sowie Bürgermeister Winfried Franz.

Sulzbach-Rosenberg/Lockenricht. Er gilt als einer der ältesten Stammtische für das Zusammenkommen von Musikant(inn)en - gegründet 1995 in Röckenricht beim Sperber, seit Herbst 2014 umgezogen nach Lockenricht. Und er hat noch keinen Deut von seiner Beliebtheit verloren, wie der übervolle Saal beim "Bärwirt" bewies. Dessen Wirtsgeschichte mit dem Betrieb in der fünften Generation wurde seitens des Landkreises geehrt.

Wie seit der Umzugszeit war auch diesmal der Saal mit einer Musikantenschar und deren "Stammgästen" gefüllt. Die Organisatoren Hans Sperber und Adolf Himmerer freuten sich darüber bei der Begrüßung, die musikalisch von der "Stammkapelle" mit den Trompetern Hans Ehras und Erwin Renner, Hermann Kratzer mit der Klarinette, Hans Pirner am Akkordeon und von Rudi Kohler mit der Tuba sowie Georg Presl am Schlagzeug gekonnt schmissig ergänzt wurde.

Bestens bewährt


Wirt Christian Bär gedachte mit dem neuen Tischschildchen "Musikantenstammtisch Röckenricht - Lockenricht" der Herkunft. Diese erzählte Hans Sperber auch den Gästen, die neu dazu gekommen sind. Auch Neukirchens Bürgermeister Winfried Franz bestätigte die reibungslose Verlegung ins jetzige Lokal, die sich inzwischen bestens bewährt habe. Und nicht zuletzt freute sich stellvertretende Landrätin Brigitte Bachmann über die musikalische Tradition.

Doch auch das Wirtshaus kann eine bedeutende Geschichte aufweisen. In den Urkunden findet sich eine Konzession zum Betrieb von 1874 für die Vorfahren der jetzigen Wirtsleute. Diese halten in der fünften Generation den typischen Zusammenklang von Land- und Gastwirtschaft aufrecht - und mit Sohn Daniel steht schon ein späterer Nachfolger bereit. Mit Präsenten wurde die Bewahrung dieses immer seltener werdenden ländlichen Merkmals anerkannt.

Genug der Ehrung und des Lobes - nun kamen die Musikanten in rascher Reihenfolge mit ihren Oldies, Landlern, Walzern und Evergreens zu Gehör. Christa Bub (Akkordeon) war zum ersten Mal dabei und wartete mit Helmut Zorn (Gitarre) mit fränkischen Stückln auf. Zum Stamm gehört die "Mülchbankl-Musi", die Hackbrett, Gitarre und Akkordeon aufbot und echte Volksmusiklieder sang. Die variable Zusammensetzung der Musiker bewiesen Hans Reinhardt (Akkordeon), Helmut Zorn und Georg Presl mit gängiger Unterhaltungsmusik. Eine kleine Pause nutzte Wirt Christian Bär, um den Gründern und "guten Seelen" Hans Sperber und Adolf Himmerer mit einem Präsent zu danken. Er vergaß auch nicht die mit umgezogene versierte Bedienung Jaqueline Misch, die zum Stammtisch gehört wie alle Musikanten.

Nachwuchs wächst heran


Eine neue Tonmischung servierten Michael Leißner (Akkordeon), Rudi Kohler und Georg Presl mit böhmischen Weisen, die zum Mitsingen und -schunkeln anregten. Um den Nachwuchs braucht man auch nicht bange zu sein, zum Beispiel zeigte der junge Kilian Guttenberger mit seinem Opa Paul Pesold (beide Akkordeon) sein erworbenes Können.

In die vielen musikalischen Leckerbissen streute der Musikant und Heimatdichter Hans Pirner seine selbst verfassten lustigen Gedichte aus dem einstigen ländlichen Leben ein.
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