Multi-Chor und die Wolperdinger singen im Capitol
Zwei Chöre mit einem komplett unterschiedlichen Repertoire

Der heimische Multi-Chor und die Wolperdinger aus Abensberg boten ein bewegendes Konzerterlebnis. Bild: kge
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
10.05.2016
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Rund zweieinhalb Stunden Chorgesang lagen hinter den Mitwirkenden. Zum Schluss reichte die Bühne im Capitol nicht mehr für alle aus, als sie das südafrikanische Lied "Shosholoza" anstimmten. Das Publikum bewegte die Arme mit ihnen.

Der Multi-Chor der Städtischen Sing- und Musikschule mit seinem Leiter Franz-Xaver Reinprecht hatte die Wolperdinger Singers aus Abensberg für ein gemeinsames Event eingeladen. Eine gute Wahl, wie sich bald zeigte. Doch zunächst eröffneten die Lokalmatadoren den Abend. Sie verfügen, wie eine Zuhörerin bemerkte, über ein "faszinierendes, breitgefächertes Programm".

Zwischen Kulturen und mitunter ungewöhnlichen Sprachen, Zeiten und Genres wechselt der Multi-Chor mühelos. Als absolute Neuheit hatte er das sizilianische "Viva l'amor" geprobt und, wie der "Chäff" feststellte, "ganz ordentlich vorgetragen".

Das Trinklied von Schubert "Bekränzet die Tonnen und zapfet mit Wein, der Mai ist begonnen, wir müssen uns freun!" ließ Schunkelstimmung aufkommen. Beim immer schneller werdenden "Hätt i di" blieb den Zuhörern vor Staunen die Luft weg. In rasantem Tempo, aber stets punktgenau, machte das Arrangement des sonst eher einfachen Kanons eine lustige Verwandlung durch.

Jörg Hlawatschek aus Regensburg begleitete seine Wolperdinger nicht nur gesanglich, sondern moderierte auch durch deren Programm. Die Leitung und Musikauswahl hatte Vroni Bertsch, ebenfalls aus Regensburg, inne. Ihre Arrangements hatte sie im Gegensatz zum Multi-Chor nicht selbst geschrieben, aber diese waren auch bei weitem umfangreicher und auf den modernen Geschmack "a capella" ausgerichtet.

Deutsche Hits wie "Ein Hoch auf uns" oder "Ohne Dich" (Münchner Freiheit) machten Lust aufs Mitsingen und beim "Vo Omschberg" kam der Ruf aus dem Publikum "derf ma lacha?" Zuvor hatte der Moderator nämlich angekündigt, dass man den Auftritt als Generalprobe für die nächste Teilnahme an einem Wettbewerb nutzen wolle.

Dazu war es nötig, zwischen den nächsten vier Songs nicht zu applaudieren, sondern schlimmstenfalls lautlos mit den Händen in der Luft zu wedeln. Und obwohl es den Anwesenden schwerfiel, hielten sie sich an die Vorgabe und hatten ihren stillen Spaß an den mimisch begleiteten Stücken.

Insgesamt ist das Ensemble weitaus kommerzieller mit eigenen CDs unterwegs: "Uns gibt's auch digital - Wolpis to go." Aber gerade durch die komplett unterschiedlichen Repertoires der beiden Chöre kamen die Besucher in den Genuss eines Konzertes, das wirklich für jeden Geschmack etwas bot.
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