Musik- und Kulturzentrum erstmals auf dem Open-Air-Festplatz
Reise durch die Musicalwelt

Bei Szenen wie "Die Ehre des Hauses" aus dem Musical "Mulan" konnte sich die Kreativität von Kostümgestaltung und Maske so richtig entfalten. Bilder: rlö (2)
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
27.07.2016
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King Louie, der Affenkönig, swingt im Liegestuhl - ein Paradestück für Florian Meurer.

Die großzügige Bühne vor grüner Baumkulisse, der weitläufige Platz davor mit den Bankreihen für die Besucher, Catering mit erfrischenden Getränken, sommerliche Temperaturen und ein gewittriger Himmel, der jedoch seine Schleusen geschlossen hielt - da kam die Open-Air-Atmosphäre wie von alleine auf.

Es gab kaum noch freie Sitzplätze, als Moderator Uli Wittkop die Bühne erklomm und die "Musical Song Night 2016" des Musik- und Kulturzentrums MuK eröffnete. Akteure, Organisatoren, Helfer und Sponsoren vollbrachten eine Gemeinschaftsleistung, mit der auch der Open-Air-Festplatz des Heldrich-Komplexes seine gelungene Premiere feierte.

"Die Schöne und das Biest" übernahmen den ersten Part in der Abfolge unsterblicher Musical-Melodien. Christian Aufschneider als Solist bewies mit seinem "Sei hier Gast" gleich erstaunlich selbstbewusste Bühnenpräsenz, ebenso wie Louisa Bauer mit "Belles Lied" und Antonia Schober mit "Die Schöne und das Biest", beide unterstützt von einem stimmsicher agierenden Chor. Mit der Paradenummer "Probier's mal mit Gemütlichkeit" des Bären Balu blätterte Christian Aufschneider dann das Dschungelbuch auf, in dessen Erzählstrom natürlich das Eingeborenen-Mädchen (Sarah Aures) mit seiner Eloge an ein "Trautes Heim" und King Louie, der Affenkönig, nicht fehlen durften.

In letzterer Rolle brillierte Flo Meurer, unnachahmlich lässig in seiner Hängematte flackend, mit dem swingenden "Ich wär' so gern wie Du". Mit dem "König der Löwen" blieben Bühnenakteure und Publikum im Dschungel, und Louisa Bauer und Christian Aufschneider fragten sich im anrührend-innigen Duett "Kann es wirklich Liebe sein?".

Strahlende Klanggemälde


Ein stets tragfähiges Instrumentalfundament für die Lieder lieferte die achtköpfige Combo mit Uli Wiesnet (drums, percussion), Konstantin Lindner (bass), Andy Stöcker (Kontrabass), Sabine Donhauser (piano), Julian Bücherl (keyboard), Florian Meurer und Lukas Fritsche (Gitarre/Ukulele) sowie Nuyen Huang (Querflöte). Dieses junge Ensemble meisterte alle kompositorischen Klippen, unterlegte das jeweilige Geschehen auf der Bühne mit stimmiger Atmosphäre und strahlenden Klanggemälden - ein wahrer Ohrenschmaus.

Poppins und Pocahontas


Und dazu unbändiger Elan, wie er sich bei "Mary Poppins" beweisen sollte, als Johanna Bauer das berühmte "Löffelchen voll Zucker" reichte. Das "Farbenspiel des Winds" aus dem Musical "Pocahontas" zauberte, zusammen mit dem Chor, Sabrina Bauer herbei.

Mit zwei Stücken aus dem China-Musical "Mulan" wechselte die Szenerie ins exotisch Fernöstliche. Janine Ottmann hinterfragte "Wer ich wirklich bin", gefolgt von Angelique Reger mit Chor, die "Ehre für das Haus" einlegte. Geht es um Exotik, darf der Orient mit tausendundeiner Nacht, darf Aladdin mit seiner Wunderlampe nicht fehlen. Turbulent mimte Christian Aufschneider mit "Schnell weg" den Tausendsassa der Basare, um anschließend im Duett mit Louisa Bauer zu verkünden: "Ein Traum wird wahr".

Vor dem Finale noch ein Einkehrschwung in den Dschungel, und da war nun endlich der König persönlich gefragt - Tarzan, den zunächst Sabrina Bauer mit dem Lied "Dir gehört mein Herz" anhimmelte und der dann, in Gestalt von Flo Meurer, samt Chor eindrucksvoll den Titelsong dieses Musicals zitierte. "Two Worlds, one Family" - auch eine starke "Message" ans Publikum in diesen turbulenten Tagen, wo entsetzliche Gewalttaten Angst machen und Vorurteile schüren, gegen die nur Toleranz hilft und das Wissen: Wir alle auf diesem Globus sind "one Family".

Musische Gesamtbildung


Begeisterter Schlussapplaus und die stürmisch geforderte Zugabe ehrten nicht nur die jugendlichen Sänger, Darsteller und Instrumentalkünstler, sondern auch die zwei führenden Köpfe hinter all dem: Gesangslehrerin Inga Ludwig und MuK-Leiter Gerald Ludwig. Dieses Tandem mit seinem Team an Lehrkräften stellte mit der "Musical Song Night" einmal mehr unter Beweis, was die Rosenberger Musikschule an musischer Gesamtbildung auf breiter Basis zu leisten vermag. Chapeau!
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