Offenes Denkmal St.-Marien-Kirche
Dort ruht Sissis Urgroßmutter

Kultur
Sulzbach-Rosenberg
07.09.2016
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Ein Denkmal von nationaler Bedeutung steht mitten in der Altstadt: Die Pfarrkirche St. Marien, in ihren Ursprüngen über 650 Jahre alt, öffnet sich am Sonntag, am Tag des offenen Denkmals, auf sämtlichen Ebenen. Von der Gruft bis zum Kirchturm kann alles erkundet werden. Und hinter der Kirche brutzeln den ganzen Tag die Würsteln.

St. Marien ist etwas ganz Besonderes, daran ließen Dekan Walter Hellauer, Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer, Dieter Pickelmann von der Kirchenverwaltung und Nicole Mende von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt keinen Zweifel. Gemeinsam stellten sie das Programm des kommenden Sonntags der SRZ vor - ein prall gefüllter Tag rund um das Gotteshaus.

Interessantes Angebot


"Denkmalschutz live", so hat die deutsche Stiftung Denkmalschutz beschrieben, was alleine in den vergangenen zehn Jahren rund 40 Millionen Bundesbürger auf die Beine brachte: die Öffnung von sonst nicht allgemein zugänglichen Denkmalorten. Für kommenden Sonntag, 11. September, planen die Verantwortlichen ein hochinteressantes Angebot. "Wir beginnen mit der Sonntagsmesse um 10 Uhr", erklärte Dekan Hellauer: Das Blechbläserensemble und der Kirchenchor umrahmen ihn mit liturgischen Gesängen, traditionellen und neuen geistlichen Liedern.

Angebot am Pfarrplatz


Ein Standkonzert eröffnet um 11.15 Uhr das Programm, die Bläser mit Maria Boßle laden dazu ein. Wie Dieter Pickelmann informierte, gibt es von 11.30 bis 17 Uhr am Pfarrplatz Bratwürste und Steaks, Getränke, Kaffee und Kuchen. Der Erlös ist für die anstehende Renovierung der Kirche gedacht.

Dass die Stadtpfarrkirche St. Marien tatsächlich nationale Bedeutung hat, erläuterten Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer: "Sie gründet sich besonders auf kirchenhistorische Aspekte, die in der Entwicklung Europas eine höchst originelle Rolle gespielt haben."

Die im deutschen Sprachraum weithin einmalige Religionsgeschichte des Fürstentums Sulzbach und seiner Residenzstadt habe eine breite Aufarbeitung der Historie von St. Marien bewirkt. Große Ausstellungen in München, Zwiesel, Bonn und Speyer hätten die Ergebnisse im nationalen und internationalen Zusammenhang aufgegriffen, bestätigte Mende.

Lange Zeit Simultaneum


Immerhin beherbergte St. Marien von 1652 bis 1957 das Simultaneum, bot also Katholiken und Protestanten eine Heimat - ein einmaliger Zeitraum. Die Kirche wandelte sich vom romanischen zum gotischen und dann barocken Baustil und bekam 1710 durch Hans Georg Asam mit der "Himmelfahrt Mariens" einen neuen Hochaltar. 2017 steht nun eine weitere grundlegende Sanierung im Außenbereich an, deren Kosten Dekan Hellauer vorerst mit rund 1,8 Millionen Euro bezifferte.

Alles steht offen


Was gibt es nun zu erfahren am Sonntag? Zwei große Kirchenführungen bietet Dr. Markus Lommer an (siehe Infokasten "Das Programm"). Treffpunkt ist zunächst im Pfarrheim zu einer kurzen Einführung per Bildschau. Kirchenmusiker Steffen Kordmann lädt zu zwei Orgelführungen mit musikalischem Ausflug ein.

Während der Kirchturm das ganze Jahr über aus versicherungstechnischen Gründen nicht erklommen werden darf, bietet die Pfarrei am Sonntag gleich sieben Turmbesteigungen an, Maximalzahl jeweils zwölf Personen. Fünfmal geht es an der Südostseite hinab in die Fürstengruft, in der übrigens auch Kaiserin Sissis Urgroßmutter Pfalzgräfin Franziska Dorothea (gestorben 1794), die Erbauerin des Schlössls, ruht. Dieter Meier führt die Gruppen mit maximal 15 Personen. Für beide Führungen gibt es Reservierungskarten am 11. September im Pfarrheim. Die Eintritte sind frei, Spenden für die Kirchenrenovierung willkommen.

Ins Apotheken-Museum


Als zweites Angebot gilt am Sonntag das Apotheken-Museum am Luitpoldplatz gegenüber der Pfarrkirche: Es gibt zwar keine speziellen Führungen, aber auch hier ist der Eintritt frei in die interessante Welt der alten Pharmakologie und Sulzbacher Stadtgeschichte.

Ein umfassendes Programmangebot am Sonntag also, das der Stadtheimatpfleger kurz so zusammenfasst: "Alles dabei, vom Himmel bis zur Erde, vom Leben bis zum Tod." Die Pfarrkirche ist einmal einen anderen Blick als den üblichen wert.

Das ProgrammSt. Marien

10 Uhr Sonntagsmesse

11.15 Uhr Standkonzert der Bläser mit festlicher Musik

11.30 bis 17 Uhr Bratwürste, Steaks, Getränke, Kaffee, Kuchen am Pfarrplatz

11.45, 12.30, 13.15, 14, 14.45, 15.30 und 16.15 Uhr Turmbesteigungen (maximal zwölf Personen)

12.30, 13.30, 14.30, 15.30 und 16.30 Uhr Besichtigung der Fürstengruft, maximal 15 Personen

13 und 15 Uhr Kirchenführungen, Treffpunkt im Pfarrheim

14 und 16 Uhr Orgelführungen, Treffpunkt am Emporenaufgang

17 Uhr Abendlob in St. Marien

Apotheken-Museum

Von 13 bis 17 Uhr freier Eintritt


Alles dabei, vom Himmel bis zur Erde, vom Leben bis zum Tod.Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer über das Sonntags-Angebot
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