Originelles Trio begeistert Kleinkunstbühne
Gut gestanden auf drei Haxn

Gespielt, getanzt und gescherzt haben "Die drei Haxn" Anni, Claudia und Michael (von links) bei ihrem ersten Auftritt auf der Bühne des Seidel-Saals. Bild: hka
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
08.10.2016
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Gespielt, getanzt und gescherzt haben "Die drei Haxn" Anni, Claudia und Michael (von links) bei ihrem ersten Auftritt auf der Bühne des Seidel-Saals. Bild: hka

Es sei ein hohes Risiko, sie einzuladen, sagen sie, wenn man sie nicht kenne. Fred Tischler hat es gewagt, und der Seidel-Saal erlebte einen selten schönen Abend mit den Drei Haxn - voller Kurzweil und Heiterkeit.

"Die drei Haxn" nennen sie sich und stellen gleich klar, dass sie sich keinen solchen ausreißen wollen. Anni Preuß, die Gymnasiallehrerin aus Passau, Claudia Pichler, Doktorandin aus München, und der "Oberhax" Michael Well, Spross der bekannten Well-Familie und Ex-Biermösl-Bläser, halten nichts von Perfektion.

Gerne unperfekt


Sie sind spontan, geben sich oft dilettantisch, lachen über falsche Einsätze, vergessene Texte und unsaubere Töne, und das alles so sympathisch, dass man auf die Perfektion gern verzichten kann. Ein wenig vorbereitet auf ihren Auftritt im Seidel-Saal haben sie sich schon, bauen in ihre Gstanzl des Abends Lokalkolorit ein, nehmen eine Bleischmelzanlage aufs Korn, den Aladin-Döner und den Maxhütten-Aicher. Dann aber geht es um ganz andere Themen: Bei Adam und Eva fangen sie an, schildern Berufe, "wo ma sich zammreißn muaß" wie Metzger, Taxichauffeur oder Gülle-Fahrer, die oft schlecht behandelt werden.

Starker Auftritt


Wie denen auch einmal der Kragen platzen kann, schildert Anni in einer Kanonade von derb-bayerischen Schimpfwörtern -, ein starker Auftritt. Die Rollen sind verteilt bei den "drei Haxn". Die blonde propere Anni mit der ausdrucksvollen Stimme einer Chansonsängerin gibt die leicht Verruchte, die zierliche Claudia mit den dunklen Locken die blauäugig Naive, und Michael Well ist ein bisschen die sympathische Vaterfigur, aber immer der Chef.

Er ist der Virtuose an den Instrumenten - Akkordeon, Gitarre, Banjo, Drehleier, Tuba -, wuchtet sogar ein Alphorn auf die Bühne, dessen Ende auf der Schulter eines Gastes ruht. Auch die Damen versuchen sich, wobei man Claudia eine große Tuba auf den Schoß hievt, die sie mit enormer Lungenkapazität auch spielt.

Das Programm der "Haxn" ist eine bunte Mischung aus Gesang, Erzählungen, Instrumentalstücken und Tanzeinlagen. Da erzählt Michael Well von seiner Familie, den fünfzehn Geschwistern, die praktisch mit Hausmusik groß geworden sind. "Mitte November begann die Bethlehem-Rallye mit zahllosen Auftritten bei Weihnachtsfeiern", erinnert er sich. Dass andere Genres dazugekommen sind, beweist er mit umjubelten Einlagen: Schuhplattler, Stepptanz und - zusammen mit Anni - einem russischen Tanz.

Aus is und gor is


Auch Claudia kann da mithalten mit ihrem orientalischen Tanz. Beim Thema des Abends "Mehr Fleisch" lautet das Credo der Drei: "Essen, was einem schmeckt", auch wenn sie singen vom Xare, "der vom Fleisch und vom Cholesterin stirbt".

Mit "Aus is und gor is und schad is, dass wohr is" wollen die "Drei Haxn" sich verabschieden, müssen aber ihre Gäste doch noch mit Zugaben zufriedenstellen. Eine besonders bemerkenswerte ist ihr Kompliment an den Seidel-Saal und seine Kleinkunstbühne. Eine Stadt könne glücklich sein, so Michael Well, so ein Kleinod zu besitzen. Die Gäste im Saal quittieren das mit zustimmendem Beifall.
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