Raimund A. Mader liest aus seinem Krimi „Der König von Weiden“
Verbrechen gastiert in Ringer-Wirtschaft

Die heimelige Atmosphäre der ehemaligen Ringer-Wirtschaft erwies sich als perfekte Kulisse für Raimund A. Maders Lesung aus dem König von Weiden. Bild: aks
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
26.09.2016
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Als in der Besenfest-Kulturnacht eine Weidener Legende auf eine Sulzbacher Legende traf, knisterte die Luft vor gespannter Erwartung. Am Ende ergaben Raimund A. Maders "Der König von Weiden" und die ehemalige Ringer-Wirtschaft mit ihrem vorgestrigen Charme die perfekte Mischung für eine Krimi-Lesung.

Mit viel "Ah" und "Oh" betrat das Publikum die unverändert belassene Wirtschaft im Herzen der Neustadt, die Veranstalter und Buchhändler Ralf Volkert für diesen einen, besonderen Abend noch einmal öffnen durfte. Die Begeisterung gab der Entscheidung für diesen einzigartigen Lesungsort recht und erzeugte zugleich eine heimelige Atmosphäre, in der man den Autor wie einen alten Freund willkommen hieß.

Für Raimund A. Mader war es auch in der Tat nicht der erste Auftritt in der Herzogstadt, hatte er doch bereits vor sieben Jahren im ebenfalls eher ungewöhnlichen Stadl hinter der Buchhandlung Volkert seinen Krimi "Glasberg" vorgestellt. Nun galt aber alle Aufmerksamkeit seinen Realitäts-Fantasie-Mix rund um den Weidener Nachtclub-König, dessen Ermordung einer Vielzahl von Spekulationen Tür und Tor öffnete.

Mader nahm eine tatsächlich erhaltene telefonische Anregung, sich doch einmal literarisch mit Klankermeier auseinanderzusetzen, als Aufhänger für den Krimi, dessen erste Kapitel er dem Publikum vortrug. Dass die darin beschriebene Lebenswelt eines Autors durchaus Parallelen zu seinem Alltag aufweist, sei kein Zufall, wie Mader bestätigte.

Auch in der nächsten Kostprobe begleiteten die Zuhörer nur den schriftstellernden Ich-Erzähler, den Auftritt des "Königs von Weiden" hatte Mader sich für den Schluss vorbehalten - und selbst da bleibt die Figur Klankermeier eine nebulöse Gestalt aus der Erzählung eines nicht minder mysteriösen Grafen, der im echten Leben ein paar Adelsgrade niedriger rangiert.

Im Anschluss an die Roman-Präsentation hatte Volkert nicht allzu viel Glück dabei, dem Publikum eigene Erinnerungen oder bewahrte Legenden über den sagenumwobenen Nachtclub-König zu entlocken. Immerhin ein zweiter, ebenso unaufgeklärter Mord an einer jungen Sulzbacherin im Umfeld Klankermeiers sowie dessen Tätigkeit als Pharmareferent kamen zur Sprache.

Beides wird den bekennende Krimi-Fan Raimund A. Mader allerdings nicht zu einer Fortsetzung inspirieren - der als Gymnasiallehrer tätige Autor liebäugelt eher mit einem Kafka-Krimi. Die ersten Schritte sind schon absolviert, mit der kompletten Fertigstellung rechnet er in ungefähr zwei Jahren.
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