Sanierung des Förderturms am Annaschacht
Zweiter Frühling fürs Vermächtnis

Die Sanierung des Förderturms am Annaschacht und die Umfeld-Gestaltung ist nach Erledigung aller Vorarbeiten auf den Weg gebracht. Bild: Royer
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
14.11.2016
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Für Bürgermeister Michael Göth (Mitte) war es eine Ehrensache, den Vorstand des örtlichen Bergknappenvereins mit (von links) Georg Rubenbauer, Hans-Jürgen Reitzenstein sowie Armin und Karin Kraus ganz offiziell über die beginnende Sanierung des Förderturms am ehemaligen Annaschacht im Frühjahr zu informieren. Bild: ge

Da freut sich nicht nur der Bergknappenverein. Auch alle anderen Freunde unserer reichen Montangeschichte werden zufrieden sein, dass die Sanierung des Förderturms am Annaschacht bald beginnen kann. Das Relikt steht seit dem Frühjahr auf der Denkmalliste, Fördergelder sollten so kein Problem mehr sein.

Über die grundsätzliche Notwendigkeit, die Erinnerung an die fast 1000-jährige Bergbaugeschichte des Sulzbacher Landes wachzuhalten, herrschte seit jeher breiter Konsens. Im konkreten Fall des Förderturms am Annaschacht ging es dann in den vergangenen zwei Jahren um Detailfragen, die sich vornehmlich mit der Sanierung des Wahrzeichens auseinandersetzten. Bürgermeister, Stadtrat, Verwaltung und Experten waren damit beschäftigt

Im Dezember 2015 stand die Thematik im Bauausschuss der Herzogstadt auf der Tagesordnung. Damals verständigte sich das Gremium auf ein Sanierungskonzept des TÜV Rheinland. Auch wurde damals vorgeschlagen, dass 2016 dafür rund 160 000 Euro an Haushaltsmitteln eingestellt werden sollten.

Die Experten berichteten vor knapp einem Jahr, dass es sich bei der Ausführung des Förderturms der Schachtanlage St. Anna um den damaligen Höchststand der Stahlbautechnik handelt. Podest, Schrägpylonen, Förderräder, Kran-Einrichtung, Pylonen-Lager und alle übrigen Teile seien bei der Untersuchung genau unter die Lupe genommen worden. Grundsätzlich stellten die Fachleute die Standsicherheit des Bauwerks fest. Eine unmittelbare Gefahr sei mit Abnahme des Kran-Hakens durch die Feuerwehr beseitigt worden.

Neben Korrosionsschutz für sämtliche Teile sollten die vormals wasserundurchlässigen Zwischenböden durch Gitter ersetzt werden, um der Eisbildung vorzubeugen und das Herunterfallen von Metallteilen zu verhindern. Auch das Dach und die Bodenplatte sollten im Zuge der Sanierung instandgesetzt werden.

Neues Umfeld


Im Februar stimmte der Bauausschuss auch der Umfeld-Gestaltung ab 2017 zu. Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn stellte die Planungen dazu vor: Es werde zunächst ein Übergang von der Dr.-Fritz-Pirkl-Straße zur Straße Am Förderturm geschaffen und der Weg, soweit möglich, beidseitig mit Grün eingefasst. An diesem Weg liege künftig ein kleiner Platz mit einem Baum in der Mitte und zwei Ruhebänken.

Im Betonboden rund um den Förderturm werde der runde Schacht optisch dargestellt. Die Betonoberfläche bleibe, werde aber gereinigt. Das alte Gleis, das auf der Ostseite noch in einem Stück von 15 Metern existiert, komme künftig ebenfalls wieder zur Geltung: Hier soll einmal die bereits restaurierte alte Lokomotive der früheren Erzgrube mit zwei Förderwagen stehen. Eine Schautafel mit allen wichtigen Informationen zu Industriedenkmal und Annaschacht sowie drei Bäume würden das neue Ensemble künftig abrunden.

Im April folgte die offizielle Anerkennung des Förderturms als Denkmal. Auch der Stadtrat goutierte diese wichtige Entscheidung und erteilte sein Einvernehmen zur Aufnahme in die Denkmalliste. Mittlerweile liegt ein Finanzierungsvorschlag (geschätzte Gesamtkosten rund 194 000 Euro) des Denkmalamtes vor. Auf die Stadt entfalle jetzt ein Anteil von circa 100 000 Euro, der Rest fließe als Fördermittel und Zuschüsse.

Tradition bewahren


Bürgermeister Michael Göth ist überzeugt, "dass damit unsere bergbau- und industriegeschichtliche Tradition ein Stück weiter bewahrt werden kann, was uns stets als große Verpflichtung gilt".

Im Winter 2016 folge die Ausschreibung für die Sanierung. Die Arbeiten selbst könnten im Frühjahr 2017 starten. In der Stadtratssitzung am Dienstag, 22. November, steht das Thema erneut als Sachstandsbericht auf der Tagesordnung.
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