Schlager-Revue im Seidel-Saal
Vollgas durch die 50er

Eine bunte Reise-Revue durch die 50er-Jahre bot das Ensemble "Conny und die Sonntagsfahrer" dem Publikum im Seidel-Saal. Bild: bba
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
30.05.2016
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Da geht einem das Herz auf: Karl, Jahrgang 1935, aus Hirschau, schwärmte wie auch die anderen Besucher im Seidel-Saal von "Conny und den Sonntagsfahrern". Was war da nur los?

Die vier Musiker in der damals üblichen Besetzung mit Gesang, Gitarre, Akkordeon und Kontrabass entführten das Publikum - eher gesetzten Alters - erfolgreich in ihre eigene Jugend, in schöne Erinnerungen wie damals in den 50er-Jahren.

Siegeszug der Schlager


Auch Karl liebte die Tanzteepartys früher in der Fontäne. Da musste man früher ganz einfach dabei sein, betonte er. Die Strecke von Hirschau nach Amberg und zurück wurde selbstverständlich mit dem Fahrrad zurückgelegt. Petticoat und Nierentisch, VW-Käfer und Italien-Urlaub - nach den dramatischen und entbehrungsreichen Kriegsjahren ging es in Deutschland wirtschaftlich und gesellschaftliche wieder aufwärts, die Menschen wollten fröhlich sein und heitere Unterhaltung genießen.

So begann der Siegeszug des Schlagers mit Stars wie Caterina Valente, Bibi Johns, Peter Alexander, Conny Froboess, Gus Backus, Peter Kraus oder Bill Ramsey. Genau diese musikalischen Perlen der 50er-Jahre brachten "Conny und die Sonntagsfahrer" zum Leuchten.

Die vierköpfige Formation mit der stimmgewaltigen Sängerin Eva Petzenhauser (Conny) und den Sonntagsfahrern Rainer Heindl (Gitarre und Gesang), Thomas Stoiber (Akkordeon und Gesang) und der auch mimisch sehr ausdrucksstarke Steffen Zünkeler (Kontrabass und Gesang) entführten im entsprechenden Outfit aus der Zeit des beginnenden Wirtschaftswunders die begeisterten Zuhörer auf eine höchst gelungene Zeitreise in die Vergangenheit.

Beste Stimmung


"Komm ein bisschen mit nach Italien", so lautete das Motto des vergnüglichen Abends, in dem die Lieder bei bester Stimmung vom Publikum auch immer wieder mitgesungen wurden. Zwischen den Songs überzeugten "Conny und die Sonntagsfahrer" mit ihren verbalen Intermezzi, in denen sie in ihrer Zeitreise damals mit der Gegenwart verglichen. Die technischen Veränderungen wie Kontaktlinsen oder Handy spielten dabei ebenso eine Rolle wie die Kleidung, der Wert des Geldes oder das Rauchverbot. Die heute als urig angesehenen Werbeslogans vor 60 Jahren hatten ebenso ihren Platz wie auch der ganz normale Wahnsinn: Da blieb auch das Auto auf dem Weg "ins gelobte Land" stehen, weil es noch keine Benzinanzeige hatte.

Auch musikalisch wurden Conny und ihre Sonntagsfahrer hohen Ansprüchen gerecht und hatten die Leute mit ihren eigenen Arrangements schnell im Griff. Da wurde nachts an die Bar eingeladen, die süßesten Früchte von den großen Tieren verschlungen, der Vico Torriani ließ es krachen und ging siebenmal die Woche aus, Trude Herr beteuerte, dass sie keine Schokolade wollte, das Sugar Baby bekam eine Liebeserklärung und der weiße Mond von Maratonga wurde ebenso besungen wie die mexikanischen Tipitipitipso-Cowboyfantasien. Bei Mandolinen und Mondenschein träumte dann auch ganz Paris (und vielleicht auch Sulzbach-Rosenberg) von der Liebe.

Der Strandbikini wurde ebenso vorgestellt wie die Mimi, die ohne ihren Krimi nie ins Bett geht. Viel Spaß hatten die Musiker und das Publikum - das untermauerte auch der immer wieder tosende Beifall.
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