Sepp Lösch und Hobbo Royer im Capitol
Sudern auf hohem Niveau

Die zwei Suderer, Sepp Lösch (links) und Hobbo Royer, machten vor Nichts und Niemandem halt. Lokale Themen, ob von ehemals oder aktuell, wurden humorig hintersinnig beäugt. Bild: hka
Kultur
Sulzbach-Rosenberg
07.05.2016
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Zwei Namen bürgen für Qualität. Sepp Lösch und Hobbo Royer hatten mit ihrem Sudern schon zum zweiten Mal in diesem Jahr ein ausverkauftes Haus. Die bayerisch-steirische Weltmusik von "Tri hudebnici" war im Capitol der heitere Kontrast zu den Dialogen der Grantler.

Sie sudern schon in ihrer Oberpfälzer Tracht auf dem Weg zur Bühne, und als sie die Maß im Steinkrug vor sich auf dem Tisch haben, begrüßen sie die "schöine Bagasch vo Oberpfälzer Muhakeln". Sepp Lösch war und Hobbo Royer ist Redakteur bei der "Sulzbach-Rosenberger Cheese Tribune", wie der legendäre SRZ-Fotograf Horst-Dieter Etzold liebevoll sein "Käsblaal" nannte.

Legendäre Wirte


Erinnerungen wie diese gibt es zuhauf am Suder-Abend im Capitol: an legendäre Wirte und Wirtshäuser, an Sulzbacher Originale und Rosenberger Lokalpatrioten, an eine Brautschau in Poppberg, an die Hammer-Wirtin in Rosenberg, den Fritsch-Lampl und den Gradl-Hos.

Der Sepp und der Hobbo, sie plaudern, diskutieren, sudern, haben ihre Probleme mit Fremdwörtern. In ihrer Begeisterung für den Oberpfälzer Dialekt schwärmen sie "Wöi schöi is uns unser öi" und verwenden Begriffe, die kaum einer mehr kennt, wie "as Wesen", "as Brenna" oder "da Abort".

Sie bezeichnen sich zur Freude des Publikums als "Wirtschafts- und Lokaljournalisten", ihre Geschichten sind oft voll derber Erotik, dann wieder von feinem, hintergründigen Humor. Und wenn ihnen der Stammtisch-Gesprächsstoff ausgeht, nehmen sie Anleihen bei den großen Vorbildern Karl Valentin, Ludwig Thoma und Oskar Maria Graf. Deren Geschichten sind zeitlos. Sechs Musikanten von Tri hudebnici umrahmen das Programm. Die Geigerin Sophie Meier-Rastl, Klaus Hauenstein mit dem Akkordeon, der Gitarrist Uli Lommer, Wastl Meier mit der Tuba, Jakob Kraft am Schlagwerk und Georg Leugner-Gradl mit seiner Klarinette spielen bayerisch-steirische Weltmusik, von der "Perle Tirols" bis zum amerikanischen Swing, modern, frisch, auch bodenständig.

Alle zufrieden


Zufrieden mit diesem Abend können alle sein: Der veranstaltende Kulturverein Kultopf, Thilo Hierstetter, dessen Capitol mehr Besucher zählte als zu großen Kino-Zeiten, die beiden Hauptakteure für ihr wieder gelungenes Sudern, die vortrefflichen Musikanten und vor allem die "Bagasch", die sich gern so bezeichnen lässt, wenn sie so gut unterhalten wird.

Kultopf-ProgrammKultopf hat viel vor in diesem Jahr. Am 14. Mai um 20 Uhr spielt und singt Holger Herrmann im Capitol Lieder von Reinhard Mey. Am 24. Mai um 19 Uhr liest Martin Walker ebenfalls im Capitol aus seinem Buch "Eskapaden" und am 3. Juni Barbara Reik über "Barbarossa und die Wäscherin" im Kulturstadl der Buchhandlung Volkert. Neu und etwas ganz besonderes wird "WaWiHü", das 1. Kulturfestival von Kultopf, sein, das vom 15. bis 17. Juli stattfindet. Im Capitol, im Hinterhof der Buchhandlung Volkert und im Steinlinger Schulhausgarten wird es Musik, Theater, Tanz, Lichtinstallation und - in Steinling - Frontcooking, also Essen mit Musik unterm Apfelbaum, geben. (hka)
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